, 27.01.2017

Eine Tennisspielerin macht sich mit Schläger und Ball bereit für das Match.

Werbung für Wettanbieter ist bei Spielen der ITF in Zukunft untersagt. (Quelle:Dreamstime)

Der Tennisweltverband ITF erklärte gegenüber dem US-Sender CNN jetzt, dass er seine Zusammenarbeit mit Wettanbietern beendet. Davon ist primär der international agierende Buchmacher Betway betroffen. Der 2015 unterzeichnete Vertrag mit dem Online-Wettanbieter war für drei Jahre angesetzt. Jetzt fand er ein vorzeitiges Ende. Fed Cup und Davis Cup finden damit 2017 ohne Betway-Sponsoring statt. Damit setzt die ITF ein klares Zeichen. Der Präsident des Weltverbands Dave Haggerty erklärte die Entscheidung unter anderem wie folgt:

 

„Wir haben uns im Rahmen unserer Neuorientierung gegen die Zusammenarbeit mit Wettanbietern als Sponsoren entschieden.“

 

Im Zuge ihrer neuen „non-betting policy“ zu Beginn des neuen Jahres will die International Tennis Federation in Zukunft prinzipiell nicht mehr mit Wettanbietern als Sponsoren kooperieren. Die Zusammenarbeit mit Betway war im November 2015 beschlossen worden und für drei Jahre angesetzt gewesen. Bereits vor einem Jahr war die Diskussion um derartige Kooperationen aufgeflammt, als die Australian Open im Verdacht standen, Korruption zuzulassen.

 

Spieler sahen sich massiven Beleidigungen ausgesetzt

 

Die ITF begründet ihre Entscheidung außerdem damit, den Spielern Beleidigungen im Netz ersparen zu wollen. Sportwetter waren im Internet vermehrt ausfällig geworden und hatten Spieler immens bedroht. Die International Tennis Federation macht die Enttäuschung im Zuge eines unglücklichen Endergebnisses für derartige Entgleisungen verantwortlich. Um Cyberbullying zukünftig keinen Nährboden mehr zu bieten, würde man in Zukunft auf Sponsoring durch Wettanbieter verzichten.

 

Auch der Vorwurf der Korruption und des Match-Fixings stehen im Raum. Das sogenannte Match-Fixing bezeichnet einen vorbestimmten Spielausgang. Den Spielern wird vorgeworfen, Spiele absichtlich verloren oder zu einem bestimmen Punktestand beendet zu haben, um Wetterwartungen zu erfüllen. Mit dem Ende des Sponsorenvertrags soll auch solchen Vorwürfen in Zukunft vorgebeugt werden.

 

Flaggschiffe Fed Cup und Davis Cup betroffen

 

Von der vorzeitigen Auflösung des Sponsorenvertrags sind der Fed Cup 2017 und der Davis Cup 2017 betroffen. Diese beiden Turniere sind die Aushängeschilder der ITF und die wichtigsten Wettkämpfe für Nationalmannschaften, sowohl für Herren als auch für Damen. Betway war in der Vereinbarung als „International Sponsor“ ein Branding auf den Courts bei allen Spielen der World Group zugesichert worden. Die erste Runde der Davis Cup World Group wird vom 3. Februar bis zum 5. Februar 2017 gespielt. Der Fed Cup startet eine Woche später und am 11. und 12. Februar 2017.

 

Betway anderer Meinung

 

Zwar wurde das vorzeitige Ende der Zusammenarbeit von ITF und Betway laut Angaben des Unternehmens in beidseitigem Einverständnis beschlossen, doch die Unternehmensleitung bei Betway kann die Begründung der ITF nicht nachvollziehen. Der Unternehmenssprecher von Betway ließ gegenüber CNN das Folgende verlauten:

 

„Wir sehen keinen Zusammenhang zwischen einem Sponsoring durch Wettanbieter und Entgleisungen im Internet. Solchen Angriffen sieht man sich bedauerlicherweise in jeder Lebenslage ausgesetzt.“

 

Der Vertrag endet mit sofortiger Wirkung. Ursprünglich sollte Betway bis 2018 „International Sponsor“ für den Davis Cup und den Fed Cup bleiben.