, 11.01.2019

Als sich die Amerikanerin Cynthia Obie nach den Weihnachtsfeiertagen an die Slot Machines des MGM National Harbor Casinos in der Nähe von Washington DC. setzte, rechnete die dreifache Mutter nicht damit, den Jackpot eines Spielautomaten zu gewinnen.

 

Doch Obie hatte Glück und gewann an einem Pokerautomaten tatsächlich den Hauptgewinn. Die Freude über ihren Gewinn währte allerdings nicht lange. Als Cynthia Obie ihren Preis abholen wollte, verweigerte das Casino die Gewinnauszahlung.

Die Jackpots der MGM Casinos

 

Während das MGM Harbor Casino derzeit keine Liste seiner Jackpot-Gewinner im Internet veröffentlicht, haben andere Casinos der Unternehmenskette dies getan. So ist auf der Website des MGM Grand Detroit zu lesen, dass Spieler seit Beginn des Jahres schon insgesamt 100.000 Dollar an Jackpot-Slots wie Triple Trouble Poker, Double Diamond Deluxe und Game King Keno gewannen.

Falsche Nummer verhindert Gewinnauszahlung

 

Der Fehler, der Obie den Jackpot kostete, hängt mit den Casino-Regularien in Maryland zusammen.

 

Um in dem amerikanischen Bundesstaat einen Jackpot-Preis einzufordern, müssen US-Bürger und Personen mit permanenter Aufenthaltsberechtigung eine neunstellige Sozialversicherungsnummer vorlegen. Diese Nummer dient zur Identifizierung der Person und dem Abgleich personenbezogener Daten.

 

Frau, Transparent, Demonstration

Vewehrte Jackpots können bei den Gewinnern Verzweiflung auslösen (Bild: Flickr.com)

Wie das Nachrichtenportal news.com.au (Link auf Englisch) berichtete, hatte Frau Obie einem Casinomitarbeiter des MGM National Harbor sowohl ein valides Ausweisdokument als auch ihre korrekte Sozialversicherungsnummer übergeben.

 

Bei der Buchung der Nummer im Casinosystem unterlief dem Angestellten dann ein folgenschweres Missgeschick. Durch die Eintragung einer falschen Zahl wurde der Jackpot-Gewinn nicht Cynthia Obie, sondern einer vollkommen anderen Person zugeordnet.

 

Dieser Eingabefehler wäre an sich weder schlimm noch unrevidierbar gewesen, hätte der falsche Gewinner nicht hohe Unterhaltsschulden gehabt. In einem solchen Fall ist der Casinobetreiber angehalten, Gewinne zu konfiszieren und den betreffenden Behörden zukommen zu lassen.

 

In diesem Fall der Maryland Human Service Agency, die mit der Bearbeitung von Unterhaltsangelegenheiten betraut ist.

 

Als der Fehler der vertauschten Identitäten durch das Casinopersonal bemerkt wurde, war es allerdings bereits zu spät. Eine Auszahlung des Gewinns war aufgrund einer Blockade im System nicht mehr möglich.

 

Enttäuschung bei der Gewinnerin

 

Bei Jackpot-Gewinnerin Cynthia Obie war die Enttäuschung entsprechend groß. Anstatt eines hohen Spielgewinns offerierte ihr das Personal des MGM National Harbor gerade einmal Gutscheine für Getränke und einen Casinobonus von 200 Dollar.

 

In einem Interview mit dem Sender Fox 5 DC, sagte Obie:

„Ich war frustriert, aber jetzt bin ich an dem Punkt, zu sagen: Das ist Wahnsinn. Gebt mir einfach mein Geld. Ich meine, dass ist eine Firma mit Milliardenumsätzen, schreibt mir einfach einen Check aus (…).“

Dieser Forderung will MGM nicht nachkommen. Stattdessen gab das Casino Obie Instruktionen, wie sie sich an die Maryland Gaming Commission wenden könne, um ihren Gewinn zu reklamieren.

 

In einem Statement des MGM National Harbor heißt es:

„Wir sind uns dieses unglücklichen Fehlers bewusst und haben die notwendigen Schritte unternommen, um Frau Obie bei der Behebung dieses Problems zu unterstützen. Aufgrund der Regeln der Maryland Lottery and Gaming Control Agency (MLGCA) und des Bundesgesetzes von Maryland können wir für diesen Jackpot keine zusätzliche Auszahlung leisten. Wenn sie jedoch der Maryland Gaming Commission die notwendigen Ausweispapiere vorlegt, wird sie die entsprechende Auszahlung erhalten. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten, die Frau Obie dadurch verursacht wurden.“

Aufgrund entsprechender Fristen hat Cythia Obie allerdings nur 15 Tage Zeit, die notwendigen Papiere vorzulegen und den Sachverhalt zu klären. Ansonsten droht der Verfall des Preises.

 

Verwehrte Jackpot-Gewinne sind keine Seltenheit

 

Fälle, in denen sich Casinos weigern Jackpot-Gewinne auszuzahlen, sind leider keine Seltenheit. Wie wir berichteten, kann aus einem erhofften Millionengewinn im Handumdrehen ein Gutschein für ein Gratis-Steak im Casino-Restaurant werden.

 

Noch schlimmer steht es, wenn Teile eines erhofften Gewinns bereits ausgegeben wurden. Diese Erfahrung musste im letzten Jahr der leidenschaftliche Spieler Andrew Green (52) aus North Hykeham in Lincolnshire, Großbritannien, machen.

 

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Technische Fehler sind keine seltene Begruendung um Jackpots nicht auszuzahlen (Bild: Pixabay.com)

Green hatte im Online-Casino des Anbieters Betfred das Spiele „Frankie Dettori’s Magic Seven“ gespielt und nach sieben Stunden den Jackpot mit einer Gewinnsumme von 1.7 Millionen Pfund (ca. 1.88 Millionen Euro) geknackt.

 

Anschließend ging es für Green samt Freunden und Familie ins Pub, wo Green mehr als 2.500 Pfund (ca. 2.770 Euro) für die Bewirtung seiner Gäste ausgab.

 

Doch der Party folgte ein böses Erwachen. Betfred teilte dem Briten nämlich mit, dass es sich bei dem Gewinn nur um einen technischen Fehler gehandelt habe. Die Software hätte den Jackpot überhaupt nicht ausschütten dürfen.

 

Green geht nun gerichtlich gegen den Glücksspielanbieter vor.

 

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