, June 27, 2019

Am heutigen Donnerstag veröffentlichte die britische Glücksspielbehörde UK Gambling Commission (UKGC) ihren Enforcement Report 2018/19 mit dem Untertitel „Raising Standards for customers“ (Höhere Standards für Konsumenten). In dem Bericht erläutert die Behörde, welche Maßnahmen in den letzten zwei Jahren ergriffen wurden, um das Glücksspiel in Großbritannien sicherer zu machen und welche Probleme es mit verschiedenen Glücksspielanbietern gegeben hat.

 

Kunden besser kennen und schützen

Seit ihrer Gründung im Jahr 2007 arbeitet die UK Gambling Commission eng mit den landbasierten sowie Online Casinos Großbritanniens zusammen, legt klare Regeln fest und führt regelmäßige intensive Kontrollen durch. Die Glücksspielanbieter werden dabei stets dazu angehalten, die volle Verantwortung für die Sicherheit ihrer Kunden zu übernehmen.

 

Stichwort in diesem Bereich ist die Sozialverantwortung. Die Casinos sollen ihre Kunden kennen und vor allem erkennen, wenn deren Spielverhalten Auffälligkeiten aufweist.

 

Auch Anbieter Paddy Power wurde abgemahnt (Bild: CasinoOnline)

Da es in diesem Bereich in den letzten Jahren immer wieder zu Nachlässigkeiten seitens vieler Anbieter gekommen sei, veranstaltet die UKGC regelmäßig Workshops und interaktive Events, bei denen effektive Strategien und Maßnahmen zum Spielerschutz erklärt und vorgeführt werden.

 

In ihrem aktuellen Enforcement Report [Originalbericht auf englisch] listet die Behörde auch einige namhafte Anbieter, die in den letzten zwei Jahren wegen mangelnden Spielerschutzes abgemahnt wurden, beispielsweise die Rank Group und Paddy Power Betfair.

 

Gravierende Sicherheitsmängel entdeckt

Zu den Sicherheitslücken gehörte, dass Anbieter bekannten Problemspielern oder Spielern, die sich selbst ausgeschlossen hatten, weiterhin Zugriff gewährten. Außerdem war es in einigen Fällen möglich, dass Spieler innerhalb kürzester Zeit große Geldsummen setzten und dabei die vorgeschriebenen Limits überschritten.

 

Die UKGC ermutigt die Anbieter in ihrem aktuellen Bericht auch dazu, sich ein Bild zu verschaffen, wie viel Geld der durchschnittliche Brite pro Monat verdient und nach Abzug aller Steuern und Kosten zur freien Verfügung hat.

 

Nach den Daten des Nationalen Statistikbüros verdient der Durchschnittsbrite bei Vollzeitarbeit 2.200 GBP (2.457 Euro) pro Monat. Nach Abzug aller nötigen Zahlungen und Kosten steht den meisten Menschen jeden Monat ein Betrag zwischen 125 und 499 GBP zur freien Verfügung.

 

Anbieter, die sich dieser Zahlen bewusst seien, könnten besser einschätzen, wann sich Kunden mit ihrem Spielverhalten in finanzielle Schwierigkeiten bringen und dann entsprechend intervenieren.

Letzten offiziellen Schätzungen zufolge weisen zirka 2 Millionen Briten problematisches Spielverhalten auf. 340.000 davon werden in die Kategorie der Spielsüchtigen eingeordnet.

 

Das Bewusstsein über die Gefahren des Glücksspiels ist in der britischen Bevölkerung groß, wie eine Umfrage im Jahr 2018 ergab. Demnach hielten nur 30 % aller Befragten die Glücksspielindustrie für vertrauenswürdig und fair. 71 % gaben an, Glücksspiel als eine Gefahr für das Familienleben anzusehen.

Die Gefahr der Geldwäsche im Casino

Der UK Gambling Commission geht es aber nicht nur um die Sicherheit der einzelnen Spieler, sondern auch um die der gesamten Branche. Daher liegt auch im aktuellen Bericht wieder ein großer Fokus auf den Themen Anti-Geldwäsche-Maßnahmen (AML) und Anti-Terrorismus-Finanzierung (CTF).

 

Gemeinsam mit der britischen Strafverfolgungsbehörde (National Crime Agency) kreierte die UKGC eine Videoreihe zum Thema. Die Videos sollten den Glücksspielbetreiber Einsicht geben, woran man Geldwäscheaktivitäten frühzeitig erkennen kann und welche behördlichen Schritte eingeleitet werden müssen.

 

Von dem Problem der Geldwäsche sind dabei nicht nur die Online Casinos betroffen, weshalb die Glücksspielkommission in den letzten zwei Jahren auch zahlreiche Spielbanken und kleinere Spielotheken im Land besuchte.

 

Im Rahmen der Kontrollen stieß die UKGC unter anderem auch auf Mängel im Bereich der Anti-Geldwäsche-Maßnahmen. Verwarnung und Geldstrafen erhielten beispielsweise die Anbieter Casumo, Daub Alderney und Paddy Power Betfair.

 

Der Markt soll legal bleiben

Großbritannien hat weltweit einen der größten legalen Glücksspielmärkte und weist im internationalen Vergleich eine überaus erfolgreiche und sehr strikte Regulierung auf.

 

Illegal auf Schild

Illegale Anbieter sollen vom Markt vertrieben werden (Bild: Picpedia)

Viele britische aber auch internationale Glücksspielbetreiber haben sich in den letzten Jahren erfolgreich um eine Lizenz bewerben können, sodass den Briten eine große Auswahl an Glücksspielprodukten online und offline zur Verfügung steht.

 

Dennoch gibt es Anbieter, die versuchen, ohne gültige Lizenz den britischen Markt zu infiltrieren. Sobald bekannt wird, dass Unternehmen oder auch Individuen ohne Lizenz arbeiten, geht die UKGC rigoros gegen diese vor. Der erste Schritt ist dabei immer eine Verwarnung mit der Aufforderung, die Produkte unmittelbar einzustellen.

 

Sollte ein Anbieter dies nicht befolgen oder erneut dagegen verstoßen, werden strafrechtliche Untersuchungen eingeleitet. Die UKGC weist darauf hin, die nötigen Befugnisse zu haben, die Online Anbieter auf technischem Wege zu stoppen. Die Behörde arbeitet dafür eng mit Webhostern und Zahlungsanbietern zusammen, die dann Webseiten oder Zahlungen blockieren können.

 

Allein in diesem Jahr wurden auf diese Weise 31 illegale Anbieter vom britischen Markt vertrieben. Doch die Arbeit der UKGC geht weiter und bei der rasanten Entwicklung des Marktes wird es auch künftig viel zu tun geben, damit die Glücksspielbranche sicher und fair bleibt.

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