Montag, 28. November 2022

Glücksspiel­aufsicht: Vorerst kein Online-Einsatz­limit in Groß­britannien

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Die britische Glücksspielaufsicht UK Gambling Commission (UKGC) wird vorerst von Einsatzlimits und Bonitätsprüfungen für das Online-Glücksspiel absehen. Wie die UKGC am Dienstag in einem Statement [Seite auf Englisch] bekanntgab, wolle die Behörde die Betreiber von Online-Casinos und Online-Sportwetten stattdessen dazu anhalten, auf andere Weise zum Spielerschutz beizutragen.

Dieser genieße bei Bevölkerung und Spielern hohe Priorität, so die Kommission. Deshalb wolle sie sich beispielsweise darauf konzentrieren, ruinöse Ausgaben von Problemspielern zu verhindern.

Dafür setze die UKGC auf die Vermeidung dreier Risiken. Zu diesen zähle der Verlust hoher Summen innerhalb kürzester Zeit. Es könne nicht sein, dass Menschen innerhalb von Minuten oder Stunden Tausende verspielten, so die Kommission.

Die amtierende UKGC-Vorsitzende Sarah Gardner sagte dazu:

Diese Fälle sind relativ selten, haben jedoch erhebliche Auswirkungen auf die betroffenen Spieler.

Gleiches gelte für die Reduzierung außergewöhnlich hoher Verluste über einen Zeitraum von Wochen oder Monaten. So sei die Anhäufung eines Verlustes im fünf- oder gar sechsstelligen Bereich im Zeitraum weniger Monate bereits häufiger vorgekommen.

Darüber hinaus müsse jeder Spieler, der über seine Finanzkraft hinaus spiele und verliere, besser geschützt werden. Um all diese Anforderungen umzusetzen, müssten die Anbieter das Ausgabeverhalten ihrer Kunden genauer kontrollieren und bei Bedarf eingreifen, fordert die Kommission.

Umfrage unter 13.000 Briten

Grundlage der Strategie für mehr Spielerschutz ist eine Onlineumfrage, die die UKGC im vergangenen November startete und nun ausgewertet hat. Die Behörde berichtet, dass sie rund 13.000 Antworten erhalten habe. Von denen hätten 1.000 Absender einen umfangreichen Fragebogen ausgefüllt und 12.000 Teilnehmer eine Kurzversion beantwortet.

Im Gegensatz zu Großbritannien sind die Einsatzlimits in Deutschland fester Bestandteil der ab 1. Juli geltenden Glücksspielgesetzgebung. So sieht der neue Glücksspielstaatsvertrag eine anbieterübergreifende Höchstgrenze von monatlich 1.000 Euro für Online-Casinos, -Sportwetten, -Lotterien und andere Glücksspielarten vor. Zahlreiche Anbieter setzen dieses Limits bereits um.

Der UKGC zufolge eine die Umfrageteilnehmer der Wunsch nach der Schaffung von Voraussetzungen, um Glücksspielausgaben, die über die finanziellen Verhältnisse der Betroffenen hinausgehen, zu identifizieren und zu verhindern. Gleichzeitig sorgten sich die Spieler um den Schutz ihrer Privatsphäre, die sie etwa durch umfangreiche Bonitätsprüfungen gefährdet sähen.

Die UKGC werde dies in ihren neuen Bestimmungen berücksichtigen, die sie bis zum Sommer endgültig festlegen und vorstellen wolle. Diese sollten nach Willen der Behörde dann kurzfristig von der Glücksspielbranche umgesetzt werden.