, 19.04.2021

Der Betreiber des King´s Casinos im tschechischen Rozvadov, Leon Tsoukernik, verklagt Facebook auf Zahlung einer halben Milliarde Tschechischer Kronen (ca. 20 Mio. Euro) wegen der Schaltung unrechtmäßiger Werbeanzeigen. Dies berichtete das Nachrichtenportal Hospodářské Noviny [Seite auf Tschechisch] am Freitag.

 

Die Social-Media-Plattform soll von der Werbung eines betrügerischen Online-Casinos mit dem Namen und dem Bild des King´s Casinos profitiert haben, ohne das Angebot überprüft zu haben.

 

In der Werbeanzeige heißt es:

Das beste tschechische Casino ist jetzt online! Wir geben allen neuen Spielern 3000 CZK!

Nachdem die Werbung auf Facebook aufgetaucht war, veröffentlichte King´s Resorts eine Mitteilung auf seiner Webseite, in der das Casino vor der betrügerischen Werbung warnte:

Vielleicht seid Ihr auch auf einen gesponserten Link mit einem Foto des Eingangs des King’s gestoßen, der Euch dazu auffordert, ein Online-Casino-Spiel zu spielen. Es handelt sich hierbei um Betrug, wir haben nichts mit dieser Werbung zu tun! Vermeidet das Herunterladen von ungeprüften Spiele-Apps. Wir empfehlen dringend, keinerlei Geldbeträge zu senden. Bitte beachtet, dass diese Apps nichts mit King’s Resort zu tun haben.

Facebook stellt sich taub

Gegenüber Hospodářské Noviny erklärte Tsoukernik, dass er Facebook mehrmals darum gebeten habe, die Werbung zu entfernen, bislang jedoch ohne Erfolg. Daher reichten Tsoukerniks Anwälte Anfang April Klage beim Landgericht Pilsen ein.

Facebook reagiert nicht auf die Anfrage von King´s

 

Hospodářské Noviny habe Facebook letzte Woche gebeten, sich zum Fall zu äußern. Nach einigen Tagen sei nur eine allgemeine Antwort gekommen. Das Problem irreführender Anzeigen werde sehr ernst genommen und den Nutzern werde geraten, derartige Anzeigen zu melden. Die Frage, warum Facebook nicht auf den Anruf von King’s Casino reagiert habe, sei jedoch von der Presseabteilung von Facebook nicht beantwortet worden.

Nach Angaben der Juristen begehe Facebook eine Straftat. Die Social-Media-Plattform sei voll verantwortlich für die Verbreitung der Werbung und habe dadurch auch finanzielle Vorteile.

 

Tsoukernik weist auch darauf hin, dass Glücksspielwerbung stark reguliert sei. Nur ein Unternehmen, das über eine Betriebsgenehmigung des Finanzministeriums verfüge, könne Werbung schalten. Gleichzeitig müsse die Werbung eine Warnung des Ministeriums enthalten, dass die Teilnahme am Glücksspiel zur Sucht führen kann.

 

Tsoukernik erklärt weiter:

Wenn wir in anderen Medien Werbung schalten möchten, müssen wir einen Lizenznachweis, Marken für ein Logo und dergleichen vorlegen. Noch vor zwei Jahren hat Facebook dies von uns verlangt, daher verstehe ich nicht, wie sie solche betrügerische Werbung veröffentlichen können.

Hinter der Werbung steckten wahrscheinlich Betrüger, so Tsoukernik. Sollten die Menschen darauf hereinfallen, glauben sie, dass das King´s Resort dahinterstehe. Dadurch könne der Ruf des Casinos geschädigt werden. Daher fordere er nun eine Entschädigung.