, 02.02.2020

Mit dem zwanglosen Spiel an Spielautomaten in Gaststätten könnte es bald vorbei sein. Ein Bestandteil des kommenden Glücksspielstaatsvertrags sieht vor, dass die Wirte prüfen sollen, ob ihre Besucher als Spielsüchtige registriert sind, bevor sie an den Geräten zocken dürfen.

 

In vielen Kneipen gehört das Gedudel der Spielautomaten zum alltäglichen Hintergrundgeräusch. Oft setzen sich die Gäste für ein paar Spiele an die Geräte, um dann an den Tresen zurückzukehren.

 

Schutz vor Spielsucht

Doch das ist nicht immer so, denn vielfach werden die Spielautomaten von Menschen mit problematischem Spielverhalten stundenlang in Beschlag genommen. Um dies zu verhindern, möchte der Gesetzgeber nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel dem einen Riegel vorschieben.

 

Er zitiert eine Passage des neuen Glücksspielstaatsvertrags, der Mitte 2021 in Kraft treten soll. Demzufolge müsse ein Gastwirt zunächst prüfen, ob der betreffende Gast in einer Glücksspiel-Sperrdatei registriert ist. Sollte dies der Fall sein, müsse der Betreiber den Betroffenen davon abhalten, an dem Gerät zu spielen.

Hintergrund der Zwangsüberprüfung ist das Sperrregister, das im Glücksspielstaatsvertrag fest verankert werden soll. In dieser bundesweiten Datei sollen alle Spielsüchtigen aufgelistet sein, die vom Online Glücksspiel oder dem Besuch in landbasierten Casinos oder Spielhallen abgehalten werden sollen.

 

Dazu zählen auch Spielautomaten, die zu Tausenden in Kneipen und Gaststätten installiert sind. Da bisher kein System absehbar ist, bei dem die Kontrolle automatisch ablaufen kann, läge die Überprüfung beim Personal jedes einzelnen Betriebs, in dem ein Spielautomat aufgestellt ist.

Kritik von der Automatenwirtschaft

Der Entwurf rief umgehend die Kritik des Dachverbands der Deutschen Automatenwirtschaft hervor. Dieser hält Ausweiskontrolle und Datenabgleich für kaum umsetzbar. Der Plan stelle deshalb eine “große Herausforderung” für die Gastwirte dar.

 

Zudem sieht der Verband die Gefahr, dass das System dazu führe, dass die Automaten vermehrt in illegalen Einrichtungen ohne Kontrolle aufgestellt würden.

 

DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker sagte dazu:

Es ist jedoch zu befürchten, dass es zu Ausweichbewegungen von den traditionellen Gastronomiebetrieben mit einem funktionierenden Jugend- und Spielerschutz in den Schwarzmarkt kommt.

Es müsse verhindert werden, dass dies passiere, und die Spieler den Kneipen auf diese Weise abhanden kämen. Denn in diesem Falle, so der Verbandschef, sei “wieder der Ehrliche der Dumme”.