, 16.04.2020

Seit Dienstag gilt in Großbritannien das von der UK Gambling Commission im Januar beschlossene Kreditkartenverbot für fast alle online und landbasierten Glücksspielprodukte. Die nordirische Partei Alliance Party of Northern Ireland (APNI) fordert jetzt ebenfalls die Durchsetzung dieses Verbots.

 

In einem Pressestatement auf der Partei-Webseite [Seite auf Englisch] erklärt Parteisprecherin Kellie Armstrong, dass diese Maßnahme auch in Nordirland dringend nötig sei, um das weit verbreitete pathologische Glücksspiel zu bekämpfen.

 

Vor allem angesichts der aktuellen Corona-Krise müsse das Land dieselben Schutzmaßnahmen ergreifen wie der Rest des Vereinigten Königreiches.

 

Das Nutzen von Kreditkarten sei besonders für Problemspieler, die sich dem Online-Glücksspiel zuwenden, ein großes Risiko. Die Menschen gäben Geld aus, welches sie nicht besäßen. Die Politikerin erläutert:

Für Spielsüchtige ist dies eine allzu verführerische Gelegenheit, die sich nicht ignorieren lässt, ganz besonders in Zeiten, in denen das Online- und virtuelle Glücksspiel beliebter ist als je zuvor. Der Coronavirus-Lockdown könnte zu einem Anstieg der Personen führen, die diese Angebote nutzen, weshalb dieses Gesetz wichtiger ist denn je.

Obwohl ein Großteil der politischen Ressourcen derzeit für die Bekämpfung von COVID-19 verwendet werde, dürfe man das Problem der Spielsucht gerade jetzt nicht außer Acht lassen.

Nordirlands veraltete Gesetzgebung

Nordirlands Politiker fordern bereits seit Jahren eine grundlegende Überholung der Glücksspiel-Gesetzgebung. Ähnlich wie in der Republik Irland gelten die Gesetze als veraltet, insbesondere weil das Online-Glücksspiel in diesen nicht berücksichtigt wird.

In Nordirland gilt noch heute die Betting, Gaming, Lotteries and Amusement Order aus dem Jahre 1985. Das Gesetz basiert auf dem ehemaligen britischen Glücksspielgesetz von 1963, welches 2005 in Großbritannien (nicht aber Nordirland) durch den Gambling Act ersetzt wurde.

 

Die nordirische 1985 Order reguliert landbasierte Wettanbieter, den Pferdesport, landbasierte Spielautomaten, Bingo-Clubs, lokale Lotterien und kleine Tombolas. Das Online-Glücksspiel in Nordirland bleibt somit vor Ort unreguliert, gilt aber nicht als illegal, sofern der Anbieter über eine Lizenz der UKGC verfügt.

Um den Status Quo zu ändern, hatten Nordirlands Parteien am 16. Dezember eine öffentliche Beratungsphase eingeläutet. Bis zum 21. Februar 2020 sollten genügend Meinungen eingeholt werden, um eine Grundlage für ein neues Glücksspielgesetz zu schaffen.

 

Bisweilen jedoch scheint kein weiterer Fortschritt erreicht worden zu sein. Ob das Thema nach der Corona-Krise wieder in den politischen Fokus rückt, wird sich zeigen.