, 29.01.2020

In Irland stehen für den 8. Februar die Parlamentswahlen an. Nun haben sich die führenden politischen Parteien dazu verpflichtet, die Einrichtung einer Glücksspielbehörde in ihre Wahlprogramme aufzunehmen und das Glücksspiel schärfer zu regulieren.

 

Regierungspartei kündigt Einrichtung der Glücksspielbehörde an

 

Die regierende Partei Fine Gael erklärte in ihrem Wahlprogramm [Seite auf Englisch], dass sie vorhabe, das Bewusstsein für Interventionsangebote zur Behandlung von Spielsucht zu schärfen und Zugang zu Beratungsangeboten zu bieten. Sie kündigte an:

„Wir werden eine unabhängige Glücksspiel-Regulierungsbehörde einführen, um sicherzustellen, dass Missbrauch ausgemerzt und die öffentliche Sicherheit geschützt wird. Wir werden uns um die besten Praktiken in der Gestaltung der neuen Regulierungsbehörde bemühen und sicherstellen, dass sie gerüstet ist, um auf eine sich rasant entwickelnde Spielumgebung zu reagieren.“

Fianna Fáil und Sinn Féin planen Änderung der Glücksspielgesetze

 

Auch die konservative Partei Fianna Fáil, die die Regierungspartei laut aktuellen Umfragen bei den Wahlen überholen könnte, kündigt die Einrichtung einer Glücksspielbehörde sowie weitere Änderungen der Glücksspielregulierung an.

Die irische Regierung hatte ursprünglich vorgesehen, das Glücksspiel bis Mitte des Jahres 2018 umfangreich zu regulieren. Die sich seit 2013 in der Schwebe befindende Gambling Controll Bill wurde jedoch noch immer nicht umgesetzt. Ein Gesetzesentwurf vom vergangenen Jahr sah zwar Änderungen hinsichtlich der Sport- und Totalisatorenwetten sowie der Lotterie vor, enthielt jedoch keine Regulierungen zu Online und Offline Casinos.

Die von Fianna Fáil geplante Glücksspielbehörde soll sowohl für das landbasierte als auch für das Online Glücksspiel zuständig sein und von der Glücksspielindustrie finanziert werden. Zu den weiteren im Wahlprogramm angekündigten Maßnahmen der Partei gehören ein Kreditkartenverbot für Glücksspiel-Transaktionen, strikte Einschränkungen der Glücksspielwerbung und das Verbot von Lootboxen.

 

Die republikanische Partei Sinn Féin geht in ihrem Wahlprogramm ebenfalls auf das Glücksspiel ein. Sie kündigt an, die Glücksspielgesetze regulieren und pathologischen Spielern mehr Unterstützung bieten zu wollen.

 

Angesichts der Tatsache, dass das Glücksspiel und seine für Irland schon lange erwartete Neuregulierung im Wahlprogramm jeder der drei größten Parteien eine Rolle spielt, sind unabhängig vom Ausgang der Parlamentswahlen im Februar Änderungen der Glücksspielgesetze zu erwarten.

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