Freitag, 20. Mai 2022

Tennis: Linienrichter wegen Wetten für 18 Monate gesperrt

Ball auf Linie

Der französische Tennis-Linienrichter David Rocher ist für 18 Monate für die Teilnahme an allen internationalen Tennis-Wettbewerben gesperrt worden. Wie die Anti-Korruptionsstelle Tennis Integrity Unit (TIU) am Mittwoch bekanntgegeben hat, habe Rocher zwischen Januar und Oktober 2019 mindestens 11 Wetten auf Tennis-Partien platziert.

Um welche Begegnungen es sich genauer handeln soll, haben die Kontrolleure nicht mitgeteilt. Nach Angaben der TIU [Link auf Englisch] verstießen die Wetten gegen die Regeln des internationalen Tennis Anti-Corruption Programme (TACP). Es enthält im Zusammenhang mit Sportwetten eine Vielzahl von Einschränkungen für Spieler, Angehörige von Spielern und Turnier-Personal.

Die TIU wird durch die finanzielle Unterstützung der sieben größten Tennis-Organisationen der Welt betrieben. Dazu gehören laut der Vereinigung die International Tennis Federation, die ATP, die WTA, die Australian Open, die French Open, Wimbledon und die US Open. Rocher ist nun für alle Events dieser Verbände und Turnierveranstalter gesperrt.

Rocher verstößt gegen Kardinalregel

Mit den Wetten auf die Spiele hat Rocher gegen eine der Kardinalregeln der Anti-Korruptionsgesetze im Tennis verstoßen. Auf der Liste der Verstöße der TACP-Richtlinien stehen Wetten auf Tennis-Events nämlich ganz oben. Darin heißt es:

Keine der „Coverded Persons“ [Spieler, Verwandte und Turnier-Funktionäre. Anm. d. Red.] soll, direkt oder indirekt, wetten oder sich zum Wetten verschwören, oder versuchen, auf den Ausgang oder einen Aspekt einer Veranstaltung oder irgendeinen Tennis-Wettbewerb zu setzen.

Rocher habe den Verstoß gegen das Wettverbot mittlerweile eingeräumt. Zur Wehr setze sich der Linienrichter laut TIU derzeit aber noch gegen den Vorwurf, er habe nicht vollständig zur Aufklärung des Falls beigetragen.

Dieser war von der TIU erhoben und zum Abschluss des Verfahrens vom zuständigen Anhörungsbeauftragten Ian Mill bestätigt worden. Neben einer Sperre sei Rocher deshalb auch zu einer Geldstrafe in Höhe von 5.000 US-Dollar verurteilt worden.

Die Fälle häufen sich

Nach Informationen der TIU wurden allein in den vergangenen zwei Jahren fünf weitere Tennis-Schiedsrichter für internationale Wettkämpfe gesperrt.

Dabei habe es sich zum einen um Fälle gehandelt, bei denen die Schiedsrichter bewusst Spiele manipuliert hätten. Zum anderen habe es Vorfälle gegeben, bei denen Schiedsrichter von Manipulationen gewusst, diese jedoch nicht an die TIU gemeldet hätten.

Insgesamt 38 Manipulationswarnungen im Zusammenhang mit Tennis-Spielen hatte die TIU allein in den ersten drei Monaten des Jahres 2020 erhalten. Dies war ein deutlicher Anstieg zum 1. Quartal 2019. Damals hatte die Organisation laut eigenen Angaben nur 21 Fälle registriert.