, 19.10.2021

Mit falschen Inkasso-Briefen versuchen Lotto-Betrüger arglose Opfer um ihr Geld zu bringen. Bundesweit warnen Polizei und Verbraucherschützer explizit vor Zahlungsaufforderungen des vermeintlichen Lotterieanbieters „Deutsche Jackpot Lotto 6-49“. Offenbar arbeiten die Hintermänner unter Angabe verschiedener Inkasso-Namen.

 

Betrüger drohen mit Gerichtsverfahren

 

In einer gestern veröffentlichten Pressemeldung teilt die Polizei aus dem rheinland-pfälzischen Ingelheim mit, dass „zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ein Schreiben eines angeblichen Rechtsanwalts vom Inkasso-Unternehmen “Inkasso Hauptzentrale Frankfurt/Köln” erhalten hätten. In den Briefen werde dazu aufgefordert, Geld an ein ausländisches Konto zu überweisen.

 

Die Zahlungsforderung beziehe sich auf einen angeblich telefonisch abgeschlossenen Vertrag mit dem Dienstleister “Deutsche Jackpot Lotto 6-49”. Die Polizei gehe davon aus, dass weitere dieser Schreiben im Umlauf seien und Haushalte so Betrugsversuchen zum Opfer fallen könnten.

 

Die Verbraucherschutzseite mimikama.at zitiert aus einem der entsprechenden Schreiben, mit denen versucht wird, Druck auf die potenziellen Opfer auszuüben:

Sehr geehrter Herr xxx,

 

unser Mandant hat uns bevollmächtigt, die unten aufgeführte gemahnt Forderung, aus ihrer telefonischen Anmeldung zum Dienstleistungsvertrag „deutsche Jackpot Lotto 6-49“. Die von Ihnen angegebenen Kontaktdaten sowie ihr Einverständnis liegen unsere Mandanten vor und werden gegebenenfalls im gerichtlichen Verfahren als Beweismittel verwendet werden.

Konto im Ausland

 

Auch in Sachsen-Anhalt scheinen dieselben Betrüger derzeit aktiv zu sein. So berichtet die Mitteldeutsche Zeitung von einem Einwohner der Stadt Jessen, der ebenfalls von einer „Inkasso Hauptzentrale Frankfurt“ kontaktiert worden sei. Die Forderung, die sich ebenfalls auf eine „telefonischen Anmeldung zum Dienstleistungsvertrag: ‚DEUTSCHE JACKPOT LOTTO 6-49‘“ beziehe, beliefe sich auf rund 315 Euro.

 

Der Versuch des Mannes, herauszufinden, wer sich hinter dem Mahnschreiben verberge, sei vergeblich gewesen. So sei unter der in dem Brief angegebenen Telefonnummer niemand erreichbar gewesen. Auch die Firma, an deren mutmaßlich griechische IBAN das Geld hätte überwiesen werden sollen, sei nicht zu recherchieren gewesen.

Ob es sich beim Absender angeblicher Lotto-Forderungen um einen echten Dienstleister handelt, kann leicht über das Internet recherchiert werden. Unter anderem bieten Verbraucherzentralen Listen bereits negativ in Erscheinung getretener Fake-Unternehmen an. Auskunft über alle registrierten einschlägigen Firmen gibt unter anderem das vom nordrhein-westfälischen Justizministerium im Auftrag von Bund und Ländern betriebene Portal rechtsdienstleistungsregister.de.

Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern macht aktuell ebenfalls auf die Masche aufmerksam. So handele es sich bei den Schreiben der „Inkasso Hauptzentrale Frankfurt“ um eine alte Masche. Tatsächlich könne davon ausgegangen werden, dass dieselben Täter wiederholt mit unterschiedlichen Inkasso-Alias in Erscheinung träten.

 

Zu diesem Schluss kommt auch das Verbraucherportal biallo.de. Die Redaktion zieht Parallelen zwischen den aktuellen Postsendungen der „Inkasso Hauptzentrale Frankfurt“ und einem nahezu identischen Schreiben eines angeblichen „Bundes Inkasso Management“. Beide Firmen gelten als frei erfunden und reihen sich in eine Liste Dutzender weiterer obskurer Absender angeblicher Forderungsdienstleister ein.

 

Wie in allen ähnlichen Fällen raten Verbraucherschützer und Behörden dazu, keinesfalls zu zahlen und sich auch nicht unter Druck setzen zu lassen, falls in den Schreiben mit Sanktionen wie Pfändung oder Kontosperrung gedroht wird. Sollten Zweifel bezüglich einer erhaltenen Zahlungsaufforderung bestehen, sei es sinnvoll, sich an die Polizei zu wenden.

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