, 06.09.2021

Der Inhaber einer Lottoannahmestelle im italienischen Neapel ist an diesem Sonntag am Flughafen in Rom von der Polizei aufgegriffen worden. Zuvor habe er einer Kundin ein Rubbellos gestohlen, mit dem sie 500.000 Euro gewonnen hatte. Am Flughafen konnten ihn die Beamten dann daran hindern, sich nach Fuerteventura abzusetzen.

 

Mit dem Motoroller auf der Flucht

 

Am vergangenen Freitag, so berichteten italienische Medien [Seite auf Italienisch], habe eine 70-jährige Frau einen Tabak- und Lottoladen im neapolitanischen Stadtteil Materdei betreten. Hier habe sie für zehn Euro ein „Gratta e vinci“ (dt.: Rubble und gewinne!) Rubbellos gekauft. Als sich dieses als Niete herausstellt habe, habe sie ein zweites Los gekauft, mit dem sie 500.000 Euro gewonnen habe.

 

Ungläubig habe sie es einem Angestellten des Geschäfts gezeigt, der es sogleich durch das Lottoterminal gezogen habe, um den Gewinn zu validieren. Sicherheitshalber habe er jedoch auch noch seinen Chef zur Überprüfung hinzugezogen.

 

Kaum habe dieser das Rubbellos in den Händen gehalten, habe er es sich in die Tasche gesteckt, sei durch die Hintertür verschwunden und habe auf seinem Motoroller die Flucht angetreten. Der Gewinnerin selbst sei nichts anderes übriggeblieben, als bei der Polizei Anzeige zu erstatten.

Die Polizei meldete den Fall der für die Verwaltung der Lotterie zuständigen Agentur für Zölle und Monopole, der Agenzia delle Dogane e dei Monopoli. Diese habe sofort die komplette Rubbellosserie blockiert, sodass der Gewinn nicht eingelöst werden kann. Die Nummer des Gewinnloses sei bekannt und so könne es jederzeit überwacht werden.

Die Agentur für Zölle und Monopole habe sofort eine Fahndungsmeldung ausgegeben. Infolgedessen sei der Lottoladenbesitzer nicht nur von den Carabinieri, sondern auch von der Grenzpolizei gesucht worden. Als er dann am Flughafen Rom Fiumicino aufgetaucht sei, habe er daran gehindert werden können, das Flugzeug nach Fuerteventura zu besteigen.

 

Das Los soll er jedoch nicht dabeigehabt haben. Marcello Minenna, Direktor der Agentur für Zölle und Monopole, erklärte:

Sobald wir das Ticket wiedererlangen, liegt es in meiner Verantwortung, es dem rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben.

Er sei sich sicher, dass diese Geschichte ein Happy End finden werde. Weniger glimpflich jedoch dürfte der Vorfall für den Besitzer des Lottoladens ausgehen. Ihm sei vorerst die Lizenz entzogen worden. Derzeit befinde er sich, da er keine Vorstrafen habe, zwar auf freiem Fuß, habe jedoch eine Anzeige wegen Diebstahls erhalten.