, 03.10.2020

Die Lizenznehmer der maltesischen Glücksspielaufsicht (MGA) müssen künftig einer erweiterten Herangehensweise zur Verbeugung von Wettbetrug folgen. Im Mai dieses Jahres hatte die Behörde ein Konsultationspapier unter dem Titel „Anforderungen zur Meldung auffälliger Wettaktivitäten“ (Suspicious Betting Reporting Requirements) veröffentlicht.

 

Daraufhin wurden die Lizenznehmer und andere Glücksspiel-Verbände und -unternehmen dazu aufgefordert, ausführliches Feedback zu den Inhalten des Papiers zu geben. Wie die Behörde gestern mitgeteilt hat [Seite auf Englisch], habe sie insgesamt 10 Rückmeldungen erhalten.

 

Während das Feedback weitgehend positiv ausgefallen sei, seien auch Änderungsvorschläge gemacht worden. Das Konsultationspapier sei daher bereits überarbeitet und ergänzt worden.

 

Halbjährliche Berichterstattung gefordert

Eine der neuen Anforderungen der MGA ist die halbjährliche Berichterstattung ihrer Lizenznehmer in Bezug auf auffällige Wettaktivitäten. Konkret müssen die Glücksspiel-Anbieter dabei die folgenden Fragen beantworten:

  • Wie viele auffällige Wettaktivitäten wurden verzeichnet?
  • Welche Sportarten stehen mit den Auffälligkeiten in Verbindung?
  • Wie viele Sportevents galten als anfällig für Manipulationen?
  • Wie viele Fälle wurden der Regulierungsbehörde, einer Behörde für Sportintegrität, einer Regierungsbehörde oder einer Polizeibehörde gemeldet?
  • Wie viele Spieler-Accounts wurden mit auffälligen Wettmustern in Verbindung gebracht?
  • Bei wie vielen Sportevents wurden sämtliche Wetten aufgrund auffälliger Aktivitäten abgewiesen?

Besondere Wachsamkeit bei der Kontrolle auffälliger Wettmuster sei in Bezug auf die Wettaktivitäten aktiver Sportler erforderlich. In ihrem Feedback hätten die Wettanbieter erklärt, durch Identitätskontrollen ihrer Kunden zu verhindern, dass Sportler auf die eigenen Spiele oder Turniere wetteten.

 

Gleichzeitig hätten sie der MGA nahegelegt, ihrerseits mehr Druck auszuüben und in ihrem Regelwerk eine „abschreckendere Wortwahl“ zu nutzen. Statt zu sagen, Sportler „sollen“ nicht auf eigene Sportevents wetten, sei es sinnvoller, von einem „Verbot“ unter „Androhung von Strafen“ zu sprechen.

 

Konflikte mit Kunden besser und schneller lösen

Weitere maßgebliche Änderungen soll es in Bezug auf den Umgang mit Kundenbeschwerden geben. So sollen die Glücksspielunternehmen künftig sämtliche Streitfälle an die MGA weiterleiten. Bisher erfolgte eine Schlichtung in der Regel über spezialisierte Schlichtungs-Unternehmen, sogenannte Alternative Dispute Resolution Provider.

 

Künftig solle vor allem verhindert werden, dass sich Dispute über Jahre ziehen, bevor eine Lösung gefunden werde. Einige Anbieter hätten berichtet, dass Kunden oft „höchst aggressiv“ reagierten, wenn sie aufgrund zeitaufwendiger Überprüfungen auf ihre Auszahlungen warten müssten. In einem Feedback habe es geheißen:

Der Kommunikationsfluss sowie regelmäßige Updates über den Status einer Ermittlung zwischen den Anbietern und der Regulierungsbehörde ist der Schlüssel dazu, die Lasten auf die Anteilseigner zu minimieren.

Im Rahmen der künftigen Kooperation mit der MGA im Fall von Disputen wünschten sich die Anbieter einen regelmäßigen Austausch mit der Behörde. So könnten auch die betroffenen Kunden regelmäßige Updates über die Bearbeitung ihrer Fälle erhalten.