, 06.10.2021

Das Parlament der Balearen hat am gestrigen Dienstag einen Entschließungsantrag verabschiedet, der das Verbot von Kreditkartenzahlungen beim Glücksspiel fordert. Wer im Mallorca-Urlaub sein Glück in Spielhalle, Casino oder Wettbüro versuchen möchte, könnte demnach hierfür in Zukunft Bargeld benötigen.

 

Die Initiative wurde von der Abgeordneten Joana Aina Campomar vom Parteibündnis Més per Mallorca eingebracht. In ihr argumentiert sie, dass die Verschuldung eine der Folgen der Spielsucht sei. Sie sei ein Handicap für die Rehabilitation und versetze Spielsüchtige oft viele Jahre lang in wirtschaftlich schwierige Situationen.

 

Es sei klar, so Campomar,

… dass Menschen, die ein problematisches Spielverhalten zeigen oder von Spielsucht betroffen sind, ein erhöhtes Risiko hätten, Kreditkarten für Spieleinsätze nutzen, was ihr Schuldenrisiko erhöht.

Daher sei es notwendig, dass die Regierung die Zahlung mit Kreditkarten für jedwedes Glücksspiel verbiete, einschließlich der Wetten, des Glücksspiels bei staatlichen Anbietern sowie des Online-Glücksspiels.

In diesem Mai hat die für das Online-Glücksspiel zuständige Aufsichtsbehörde Spaniens, die Dirección General de Ordenación del Juego (DGOJ), ihren Bericht zum Profil des Online-Spielers 2020 (Perfil jugador online 2020) [Seite auf Spanisch] veröffentlicht. Aus diesem geht hervor, dass rund 73 % der Spieler beim Online-Glücksspiel Karten verwendeten. Es ist nicht vermerkt, welcher Anteil auf Kreditkarten und welcher auf Debitkarten entfällt. Rund 18 % der Spieler nutzten eine Geldkarte für die Zahlung, rund 7 % hätten sich für Prepaid-Optionen entschieden.

Zahlung von Mehrwertsteuern auf das Glücksspiel gefordert

 

Das Kreditkartenverbot ist jedoch nicht der einzige Vorstoß im Parlament gewesen. Gefordert wurde außerdem, künftig Mehrwertsteuern auf sämtliche Glücksspielprodukte zu erheben. Der Wortführer von Més per Mallorca erklärte so bereits in der der vergangenen Woche, es sei eine „Barbarei“, dass auf eine Stange Brot Mehrwertsteuern zu zahlen seien, das Glücksspiel hiervon jedoch ausgenommen sei.

 

Mit seinem Entschließungsantrag beabsichtige das Parteibündnis, die Ausbreitung der Spielhallen auf den Balearen und insbesondere auf Mallorca zu stoppen. Dabei handelt es sich keineswegs um den ersten Vorstoß dieser Art.

 

In ihren aktuellen Planungen sieht beispielsweise die Regierung von Mallorca neue Mindestabstände zwischen Spielhallen in Palma vor. Gestern meldeten lokale Medien, künftig solle der Abstand, den Spielhallen und Wettbüros zu Schulen und anderen von Minderjährigen frequentierten Einrichtungen einhalten müssen, mindestens 500 m betragen.

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