, 20.01.2021

Die Behörden von Palma de Mallorca erwägen derzeit neue Einschränkungen für Spielhallen und Wettbüros in der Inselhauptstadt. Dies hat das Stadtratsmitglied Neus Truyol gestern in einer Pressekonferenz mitgeteilt.

 

Wer im Mallorca-Urlaub am Glücksspiel teilnehmen möchte, findet in Palma de Mallorca ein großes Angebot an Spielhallen und Wettbüros. Dies könnte sich in Zukunft allerdings ändern. Wie Truyol während der Pressekonferenz ausführte, plane die Stadt, neue Abstandsregelungen für Glücksspieleinrichtungen. Damit könnte sich künftig auch deren Anzahl reduzieren.

Auch die deutsche Gauselmann-Gruppe ist mit ihren Merkur-Spielhallen in Palma de Mallorca vertreten. Sie betreibt hier unter der Marke Merkur Dosniha nach eigenen Angaben vier Einrichtungen. Aktuell sind diese aufgrund der Covid-19-Restriktionen allerdings geschlossen.

Der Stadtrat wolle die Abstände zwischen Glücksspiel- und Bildungseinrichtungen sowie sanitären Einrichtungen prüfen. Der Ankündigung sei ein Antrag auf Erweiterung eines Wettbüros in dem Viertel Foners vorausgegangen. Der städtische Verwaltungsrat habe diesen Antrag abgelehnt.

 

Dies stehe ihm bei derartigen baulichen Veränderungen zu. Die Vergabe oder der Entzug einer Lizenz jedoch unterliege den Zuständigkeiten der Regierung der Balearen. Gleichwohl fordere der Stadtrat von der Regierung eine Erklärung, da sich das betreffende Wettbüro in einem Abstand von weniger als 70 Metern von einem Spielplatz befinde.

 

Öffentliches Gesundheitsrisiko oder Schutz vor illegalem Glücksspiel?

 

Ob der Stadtrat dem Antrag auf Erweiterung stattgeben werde, hänge nun von der Antwort der Regierung ab. Truyol betonte, dass der Stadtrat die Glücksspieleinrichtungen als „hoch problematisch für die öffentliche Gesundheit“ einschätze.

 

Dieser Meinung schloss sich auch der Nachbarschaftsverband von Palma de Mallorca an. Er erklärte:

Glücksspielsucht, Drogenkonsum und Drogen sind oft Teil eines perfekten Zirkels, um die Taschen skrupelloser Geschäfte zu füllen, die als Franchiseunternehmen von multinationalen Unternehmen fungieren, die die Steuern auf ihre immensen Gewinne an Steueroasen abführen.

Die Mehrheit der Bewohner sei daher gegen den Betrieb von Glücksspieleinrichtungen. Der Stadtrat habe sich im Dezember gegen Spielhallen ausgesprochen. Nun sei es an der Zeit, auf Worte Taten folgen zu lassen.

 

Der Chef von Merkur Dosniha, Carlos Chacón, hatte dagegen im Dezember erklärt, dass eine Einschränkung des legalen Glücksspiels das illegale fördere. Der Glücksspielsektor ergreife angemessene Spielerschutzmaßnahmen, darunter die Einschränkung der Werbung und Zugangsbeschränkungen.

 

Das legale Glücksspiel sei eine streng regulierte Aktivität. Mit Zunahme der „wilden“ Beschränkungen jedoch erreiche man genau das Gegenteil – die Verbreitung des illegalen und unkontrollierten Glücksspiels. Hierauf weisen derzeit auch Experten in Deutschland hin.

 

Besonders für Spielsüchtige sei die Schließung ein Problem. Sie könnten sich vermehrt dem unregulierten Online-Glücksspiel zuwenden, das vor allem während des Lockdowns präsenter sei.