, 26.01.2021

Beim Kampf gegen das illegale Glücksspiel hat die Justiz von Österreich auch im vergangenen Jahr verstärkt auf Durchsuchungen verdächtiger Objekte gesetzt. Wie die Finanzpolizei am Montag bekanntgab, seien im Rahmen der Razzien insgesamt 1.463 Spielautomaten beschlagnahmt worden. Dies entspreche gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von gut 7 %.

 

Nach Angaben der Ermittler hätten die illegalen Geräte in den letzten 12 Monaten in 637 Betrieben sichergestellt werden können. Die Geschäfte seien zuvor in Bezug auf die Einhaltung des österreichischen Glücksspielgesetzes überprüft worden.

2020 haben die Ermittler zahlreiche Erfolge gegen illegale Spielhallen feiern können. So wurden im vergangenen September im Rahmen der Operation “Jackpot” bei Razzien durch Polizei und Finanzbehörden in Wien, Salzburg und Oberösterreich 177 Geldspielgeräte und Zehntausende Euro Bargeld sichergestellt. Bei diversen weiteren Schwerpunkt-Einsätzen gegen die Glücksspielmafia wurden zudem jeweils Dutzende weitere illegale Spielautomaten beschlagnahmt.

Gegenüber 2019 seien rund 100 Automaten zusätzlich aus dem Verkehr gezogen worden. Damit bestätige sich ein wachsender Trend, den die Beamten in der Vergangenheit registriert hätten, teilte die Finanzpolizei mit.

 

Geldstrafen in Millionenhöhe

Für die Betreiber der illegalen Geschäfte hätten die Razzien neben Ermittlungen wegen verbotenen Glücksspiels zudem finanzielle Folgen gehabt. So hätten die durch die Vergehen ausgelösten Bußgelder für sie im Jahr 2020 bei über 32,2 Millionen Euro gelegen.

 

Das Bundesministerium für Finanzen hob hervor, dass es neben rechtlichen und wirtschaftlichen Gründen für das verstärkte Vorgehen gegen das illegale Glücksspiel auch soziale Aspekte gebe. So seien es “die privaten Tragödien rund um pathologische Spieler und deren Familien, die Kontrollen gegen illegales Glücksspiel mehr als notwendig” machten.

 

Die Resultate der Finanzpolizei im vergangenen Jahr zeigten, “dass es einer wirksamen Kontrolle zum Schutz der legal agierenden Unternehmen und der Dienstnehmer” bedürfe.

 

Österreichs Finanzminister Gernot Blümel betonte:

Die Mehrheit der Unternehmen hält sich an die Regeln. Umso wichtiger ist es, dass wir gezielt gegen schwarze Schafe vorgehen. Mit unseren Hilfsmaßnahmen helfen wir den Unternehmen in der Krise und retten Arbeitsplätze.

Zum weiteren Vorgehen der Ermittlungsbehörden äußerte sich der Minister gestern nicht. Angesichts der Zunahme bei den beschlagnahmten Geräten dürfte die Verfolgung illegaler Glücksspielbetreiber auch in diesem Jahr hohe Priorität genießen.