, 20.01.2021

Während die Politik die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie verschärft, boomt das illegale Glücksspiel weiterhin. In den vergangenen Tagen stießen Behörden in Deutschland und Österreich wiederholt auf heimliche Zusammenkünfte, bei denen sich teils dutzende Personen zum Zocken trafen.

 

Mehr als 50 Gäste bei Glücksspiel-Party in Wien

 

Gleich zweimal musste die Sondereinheit WEGA der Wiener Polizei am Wochenende ausrücken, um illegale Glücksspiel-Partys in der österreichischen Hauptstadt zu beenden.

 

So berichtet das Nachrichtenportal vienna.at, dass am Samstag ein anonymer Hinweis die Beamten zu einem Einfamilienhaus im Bezirk Donaustadt geführt habe. In dem Gebäude seien die Fahnder auf über 50 Feiernde getroffen.

 

Die folgenden über 100 Anzeigen betreffen nicht nur die massiven Verstöße gegen die COVID-Verordnungen. Da im Haus unter anderem vier Glücksspiel-Automaten sichergestellt worden seien, müssten sich die Veranstalter auch im Sinne des Glücksspielgesetzes verantworten.

 

Nur wenige Stunden habe es ein Großaufgebot von Bereitschaftseinheit, WEGA, Finanzpolizei und Polizeidiensthundeeinheit nach Wien-Liesing geführt. Auch in diesem Fall habe ein Hinweisgeber die Beamten auf eine Zusammenkunft im großen Stil aufmerksam gemacht. Eine Polizeisprecherin erklärte, dass es sich hierbei nicht um eine private Versammlung gehandelt habe:

Sie haben gewürfelt und Karten gespielt. Es hätte da jeder hineinkönnen.

In einer Veranstaltungshalle im Industriegebiet hätten sich rund 30 Personen zum illegalen Glücksspiel getroffen. Hier seien die Fahnder auf mehrere Spieltische zum Karten- und Würfelspiel sowie mehrere Tablets, über die Bingo gespielt wurde, gestoßen.

 

Nun werde in 43 Fällen wegen Missachtung der Covid-19-Notmaßnahmenverordnung ermittelt. Hinzukämen Anzeigen wegen Urkundenfälschung sowie Verstößen gegen das Glücksspielgesetz, das Sozialversicherungsgesetz, das Ausländerbeschäftigungsgesetz und das Arbeitslosenversicherungsgesetz.

 

Treffen in illegal geöffneter Spielhalle

 

Trotz dringender Appelle, Kontakte auf ein absolutes Mindestmaß zu begrenzen, scheint das Bedürfnis nach dem Glücksspiel auch in Deutschland bei einigen größer als die Sorge vor der Pandemie.

Im Gegensatz zu Spielhallen und -banken blieben Wettbüros in einigen Bundesländern weiterhin geöffnet. So war es Betreibern in den vergangenen Wochen beispielsweise in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt unter strengen Hygiene-Auflagen möglich, Kunden zu empfangen. Diese durften sich jedoch nur für die Dauer der Tipp-Abgabe bzw. Ein- und Auszahlungen in den Lokalitäten aufhalten.

Während Spielbanken und -hallen bis auf Weiteres geschlossen bleiben müssen, entwickelt sich hierzulande offenbar ebenfalls ein semi-professionelles Dunkelfeld. So machen vermehrt Fälle von illegalem Glücksspiel Schlagzeilen, bei denen sich nicht nur kleine Gruppen zum untersagten Poker-Abend treffen.

 

Vielmehr stoßen Fahnder bei Razzien immer wieder auf trotz aller Verbote geheim geöffnete Spielhallen und offenbar vorsätzlich organisierte Veranstaltungen, bei denen an Tischen und Automaten gezockt werden kann.

 

So trafen Polizisten bei der jüngsten Überprüfung mehrerer Spielotheken im hessischen Wetzlar auf 20 Personen, die sich in einer abgedunkelten Spielhalle aufhielten. Vier nicht angemeldete Geldspielgeräte wurden konfisziert.

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