, 05.11.2020

Ein Großteil der nordirischen Bevölkerung hat sich für weitreichende Lockerungen in der Glücksspiel-Gesetzgebung ausgesprochen. Dies geht aus den in dieser Woche veröffentlichten Ergebnissen einer Konsultation des nordirischen Departement for Communities (DfC) hervor.

 

Das DfC hatte die Konsultation [Bericht auf Englisch] im vergangenen Dezember gestartet, um eine Überarbeitung des nordirischen Glücksspielgesetzes aus dem Jahr 1985 vorzubereiten:

Das Ministerium erkennt an, dass die derzeitige Gesetzgebung veraltet ist und nicht mit dem industriellen und technologischen Wandel Schritt gehalten hat. Sie ist auch kompliziert und unflexibel.

Im Rahmen der Online-Befragung hatten zwischen dem 16. Dezember 2019 und dem 21. Februar 2020 382 Einzelpersonen und Organisationen zur aktuellen Gesetzgebung Stellung genommen.

 

Mehrheit für Casinos, Poker und geringere Einsatzlimits

 

Den Ergebnissen der Konsultation zufolge seien 63 % der Meinung, dass ein neues Glücksspielgesetz in Nordirland den Betrieb von Casinos erlauben sollte. 60 % wünschten sich zudem eine Legalisierung von Poker in Pubs und Clubs.

 

Rund 65 % der Befragten hätten einer Ausweitung der Öffnungszeiten von Wettbüros und Bingohallen, unter anderem an Sonn- und Feiertagen, zugestimmt. Außerdem seien 68 % dafür, die aktuell bestehenden Einsatzlimits von 1 GBP für Wohltätigkeitslotterien sowie von 0.30 GBP an Spielautomaten in Wettbüros abzuschaffen.

 

Vier Mal so viele Spielsüchtige

 

Während sich ein Großteil der Befragten für weitreichende Lockerungen der nordirischen Glücksspiel-Gesetzgebung nach dem Vorbild Großbritanniens ausgesprochen habe, sei der Anteil der Spielsüchtigen in Nordirland vier Mal so hoch wie im Rest des Königreiches.

 

Wie die Nachrichten-Plattform Belfast Live berichtet, gehe dies aus dem jüngsten Bericht des Mid and East Antrim Borough Council hervor. Der Council kritisiere darin eine „veraltete, zutiefst fehlerhafte“ Gesetzgebung.

Der Mid and East Antrim Borough Council spreche sich für eine Überholung der aktuellen Gesetzgebung, insbesondere für eine Verschärfung der Werbevorgaben aus, nach denen kein Minderjähriger Zugang zu Glücksspiel-Werbung erhalten solle.

 

Auch 76 % der Umfrage-Teilnehmer hätten sich dem DfC zufolge für mehr Jugendschutz ausgesprochen. Gleichzeitig seien 52 % für die Abschaffung des Glücksspiel-Werbeverbots im Rundfunk und Internet. Auch eine verstärkte Kontrolle des Online-Glücksspiels werde von den Befragten gewünscht.

97 % der Teilnehmer seien zudem dafür, dass die Glücksspiel-Branche in die Glücksspiel-Forschung und -Aufklärung sowie in die Behandlung von Spielsüchtigen investieren sollte. 93 % seien außerdem für die Schaffung einer Glücksspiel-Aufsicht für Nordirland, welche die Durchsetzung des neuen Gesetzes regulieren solle.

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