, 08.02.2020

Der nordirische Sinn Féin-Politiker Philip McGuigan hat in dieser Woche erstmals zu seiner Glücksspiel-Sucht Stellung genommen. Gegenüber BBC Northern Ireland (Link auf Englisch) sagte McGuigan, dass er ein „genesender Spielsüchtiger sei.“

 

Insgesamt habe er innerhalb von acht Jahren mehr als 100.000 GBP (ca. 120.000 Euro) beim Online-Glücksspiel verloren. Nun wolle sich der Politiker für eine moderne Glücksspiel-Gesetzgebung engagieren, damit andere Spieler nicht ähnliche finanzielle Schäden erleiden müssen.

Diese politischen Ziele verfolgt McGuigan

 

Philip McGuigan fordert eine stärker Überwachung des Online-Glücksspiels. Um dies zu gewährleisten, will er einen unabhängigen Regulator schaffen, der die Industrie kontrolliert und sich für eine Stärkung des Spielerschutzes einsetzt.

Schulden bis zum Lebensende

 

Um seine Spielsucht zu finanzieren, so McGuigan, habe er Kredite und eine Hypothek aufgenommen. Anders als andere Spieler, die ihr Geld bei Online-Sportwetten oder an Online-Spielautomaten verzockten, sei er vom Online-Poker abhängig geworden.

 

Das virtuelle Kartenspiel habe ihn seine gesamte Zeit und finanziellen Mittel gekostet. Selbst das Geld für Lebensmittel habe er verwendet, um in Online-Pokerräumen spielen zu können:

„In einem Zeitraum meines Lebens habe ich riesige Geldbeträge verloren. Aber vor allem hat das Spielen mich als Person verändert und mein Familienleben stark beeinflusst. Es gab Zeiten, viele Zeiten, in denen wir kein Geld hatten, um Lebensmittel zum Essen einzukaufen. Meine Kinder mussten ohne das Notwendigste aus dem Haus gehen, die Hypothek war nicht bezahlt und ich konnte nicht tanken.“

McGuigans Spielsucht sei so stark gewesen, dass er sogar Familienanlässe wie das Weihnachtsfest ruiniert habe. Den Schuldenberg, den er angehäuft habe, werde er noch den Rest seines Lebens abbezahlen müssen.

 

Online-Glücksspiel immer erreichbar

 

Laut McGuigan habe die andauernde Erreichbarkeit des Online-Glücksspiels zu seiner Spielsucht beigetragen. Er habe an Laptops, Tablets und sogar am Telefon gespielt. Es habe Phasen gegeben, in denen er 48 Stunden am Stück beim Online-Glücksspiel verbracht habe.

 

Aufgehört habe er erst, als kein Geld mehr zum Spielen da gewesen sei. Letztlich habe ihm das andauernde Glücksspiel die Lust am Leben genommen. Nur mit der Hilfe von Familie und Freunden habe er es geschafft, die Sucht zu bekämpfen. Spielsüchtiger, so McGuigan, werde er aber bis an sein Lebensende sein.

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