, 28.06.2021

Das österreichische Bundeskriminalamt ist am vergangenen Dienstag mit einem Großeinsatz gegen illegale Glücksspielbanden vorgegangen. Mit 13 Hausdurchsuchungen im Großraum Wels, sei „ein schwerer Schlag gegen die organisierte Glücksspielmafia in Oberösterreich“ gelungen, teilte die Behörde am Sonntag mit.

 

Bei der Aktion seien 750 illegale Spielautomaten in einer Lagerhalle sichergestellt worden. Im Einsatz waren 140 Beamte von BKA, LKA, einer Hundeeinsatzstaffel sowie Steuerfahndung, Finanzpolizei und der Sondereinheit EKO Cobra.

 

Auch der österreichische Innenminister Karl Nehammer bezeichnete die Operation als schweren Schlag gegen die Glücksspielmafia. Er sagte im Zuge des Einsatzes:

„Illegales Glückspiel geht auch oftmals Hand in Hand mit Suchtmittelkriminalität. Daher sind derartige Aktionen auch ein Schlag gegen andere Formen der internationalen Kriminalität. Sie [die Operation. Anm. d. Red.] zeigt, wie wichtig es ist, diese Strukturen aufzubrechen. Die Polizei wird in Zukunft auch zur Bekämpfung dieser Form der Kriminalität ihre Ressourcen bündeln.”

Illegale Spielautomaten für Lokale gedacht

 

Das BKA geht derzeit davon aus, dass die 750 Spielautomaten als Nachschub für Lokale gedient haben könnten, in denen es bereits zu Beschlagnahmungen gekommen war.

 

Besonders interessant erscheint dabei die Herkunft von 70 der 750 sichergestellten Spielautomaten. Sie seien bereits früher beschlagnahmt und versiegelt worden, aber trotzdem aus Glücksspiellokalen in das Lager gebracht worden. Es bestehe daher der dringende Verdacht des Verstrickungsbruches.

 

Ein Verstrickungsbruch kann dann vorliegen, wenn eine Sache dienstlich beschlagnahmt worden ist, später aber zerstört, beschädigt oder der Verstrickung entzogen wird. Wie die Automaten zurück in den Besitz von Kriminellen gelangen konnte, teilte das BKA nicht mit. Während der Razzien am Dienstag seien die Automaten allesamt in Gewahrsam genommen und von den Einsatzkräften abtransportiert worden.

Die österreichischen Behörden gehen derzeit verstärkt gegen das illegale Glücksspiel in der Alpenrepublik vor. Erst am Montag, einen Tag vor der Großrazzia im Raum Wels, war die Finanzpolizei bundesweit mit Hausdurchsuchungen an 17 Einsatzorten aktiv. Dabei seien laut Behördenangaben 91 Spielgeräte der Glücksspiel-Mafia beschlagnahmt worden.

Mit welchen Mitteln die Glücksspiel-Mafia operiert, hat sich bei den Polizeimaßnahmen ebenfalls gezeigt. So seien bei den Durchsuchungen zwei Pistolen und eine Langwaffe sowie Bargeld im niedrigen sechsstelligen Eurobereich sichergestellt worden.

 

Dazu hätten die Beamten unter anderem technische Geräte wie Mobiltelefone, Speichermedien, Laptops und Server-Racks beschlagnahmt. Überdies habe man 270 Kartons mit Firmenunterlagen sichergestellt. Die beschlagnahmten Gegenstände sollen im Zusammenhang mit dem Tatverdacht des gewerbsmäßigen betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauchs, betrügerischer Krida (ähnlich dem Insolvenzbetrug) und Verstrickungsbruch stehen. Zu möglichen Festnahmen machte das BKA keine Angaben.

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