, 08.01.2020

Ende letzter Woche verhaftete die kambodschanische Polizei in der beliebten Touristenstadt Siem Reap 16 nordkoreanische Staatsbürger. Die Festgenommenen sollen über einen Zeitraum von fast einem Jahr im IT-Bereich eines illegalen chinesischen Online Casinos gearbeitet haben.

 

Medienberichten zufolge seien die nicht namentlich genannten Männer dazu aufgefordert worden, bis spätestens zum gestrigen Dienstag das Land zu verlassen.

 

Kambodscha intensiviert die harsche Strafverfolgung der Mitarbeiter illegaler Casinos seit Anfang dieses Jahres, um das im August beschlossene Online Casino Verbot endgültig durchzusetzen.

 

Glimpflich davongekommen

Wie die kambodschanische Zeitung Khmer Times [Seite auf Englisch] gestern berichtete, seien die am Freitag verhafteten Casino IT-Mitarbeiter recht glimpflich davongekommen. Die 16 Nordkoreaner seien zwar des Landes verwiesen aber nicht mit Geld- oder Haftstrafen belegt worden.

 

Aufgegriffen habe die Polizei die Männer in einer Wohnung, die zu einem illegalen Online Glücksspiel Hub umfunktioniert worden sei. Da es sich lediglich um IT-Angestellte handle, könne man sie nicht des Betreibens illegaler Glücksspiele anklagen.

 

Vielmehr liege ihr Vergehen darin, ohne eine Arbeitserlaubnis im Land gearbeitet zu haben. Der örtliche Polizeichef Chea Kimsan erklärte dazu:

Kambodscha ist ein Mitglied der Vereinten Nationen und muss deren Sanktionen einhalten. Gemäß dieser UN-Sanktionen dürfen nordkoreanische Staatsbürger nicht in Kambodscha arbeiten, aber diese Männer nutzten Touristen-Visa und arbeiteten fast ein Jahr illegal im Königreich.

Da ein gewöhnliches Touristen-Visum einen Zeitraum von maximal 90 Tagen abdecke, sei allein der Aufenthalt der Männer innerhalb des Landes illegal gewesen. Eine sofortige Ausweisung sei daher unumgänglich.

 

Harte Strafverfolgung von Online Casinos

Was hingegen auf die Betreiber des illegalen Online Casinos zukommen wird, bleibt abzuwarten. Seit Anfang 2020 haben die kambodschanischen Behörden ihre Strafverfolgung illegaler Glücksspielbetriebe deutlich angezogen.

 

Es handle sich in Kambodscha vor allem um chinesische Online Casinos, die sich illegal im Land etablierten, um ihre Glücksspiele aus vermeintlich sicherer Entfernung an chinesische Staatsbürger zu vermitteln.

Im August 2019 beschloss der kambodschanische Premierminister Hun Sen, jegliches Online Glücksspiel für illegal zu erklären. Dutzende Casinos mussten daraufhin sofort ihren Betrieb einstellen und Tausende vormals legal beschäftigte Casino-Mitarbeiter verloren ihre Jobs.

Die Regierung vermutet, dass sich noch immer unzählige illegale Online Casinos in den größeren Städten des Landes befinden. Weitere Razzien und Festnahmen sollen daher folgen.

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