Sonntag, 22. Mai 2022

Prag schließt alle Gaming Clubs und verbietet Video-Lotterie-Terminals

Prag verbietet Gaming Clubs

Prag verbietet Gaming Clubs

Die tschechische Hauptstadt Prag geht verstärkt gegen Glücksspiel-Angebote wie Gaming Clubs oder Video-Lotterie-Terminals vor (Bildquelle: https://pixabay.com/)

Die Stadt Prag sagt dem Glücksspiel den Kampf an. Wie die Stadträte in der tschechischen Hauptstadt Ende November beschlossen, sollen zum Januar 2016 Glücksspiel-Clubs geschlossen werden.

In Prag gibt es aktuell noch 212 Gaming Clubs. Hinzu kommen 101 Spielhallen und Casinos. Die Gaming Clubs sollen nun nach und nach geschlossen werden. Schon im Jahr 2008 begannen die Tschechen mit einer Glücksspiel-Regulierung. Die Regierung beschloss damals, die Zahl der Spielautomaten von 8.358 auf 2.724 zu senken. Im Gegenzug kamen dann aber verstärkt Video-Lotterie-Terminals auf, die nicht von der Stadt kontrolliert werden konnten. Auch eine Beschränkung der Gaming Clubs war schon 2008 beschlossen worden.

Neue Lizenzen werden nicht mehr vergeben

Nun befasste sich der Stadtrat wieder mit dem Thema. In einer der längsten Sitzungen, die mit Unterbrechungen von Ende Oktober bis Ende November ging, wurde beschlossen, alle Gaming Clubs der tschechischen Hauptsadt zu schließen. Aktuell wollte die Prager Bürgermeisterin Adriana Krnáčová eigentlich nur die Zahl der Video-Lotterie-Terminals senken. Doch der Stadtrat ging einen Schritt weiter, beschloss die Schließung der Gaming Clubs und verbot alle Video-Lotterie-Terminals. Lizenzen, die auslaufen, sollen nicht mehr verlängert werden. Neue Lizenzen werden nicht mehr vergeben.

Das Stadtbild von Prag soll gründlich von nicht lizenzierten Spielbetrieben gereinigt werden, die nach Angaben der Behörden auch als Treffpunkt für zwielichtige Personen dienen. Ähnliche „Säuberungen“ wurden in Tschechien bereits in den Städten Brno, České Budějovice, Zlín und Kroměřiíž durchgeführt. Einige Bezirke der Hauptstadt wollen sogar alle Glücksspiel-Häuser von ihren Straßen verbannen, egal ob lizenziert, staatlich oder nicht.

„Wir werden die Entscheidung mit allen Mitteln bekämpfen“

Petr Vrzáň, Sprecher des tschechischen Verbandes für Glücksspielanbieter, verkündete, dass man gegen diese Entscheidung vorgehen wolle. Eine gewisse Einschränkung des Spielbetriebs sei vernünftig und vertretbar. Aber durch die Schließung aller Gaming Clubs würden viele Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren:

„Die Entscheidung des Stadtrats missachtet bestehende Lizenzen und Genehmigungen. Zudem wird sie sich negativ auf die Glücksspiel-Industrie auswirken. Der Stadt gehen durch die Schließung und die Verbote rund 10,4 Mio. Euro pro Jahr verloren. Zudem öffnet man so dem illegalen Glücksspiel sowie illegalen Mafia-Aktivitäten die Tür. Der erste Gesetzesentwurf war rational. Doch er wurde durch populistische Schachzüge hinweggefegt. Wir haben keine andere Wahl als einen solchen Angriff auf rechtmäßige Unternehmen auf allen Ebenen und mit allen Mitteln zu bekämpfen: Im Innenministerium, beim Anti-Monopol-Büro und mit einer Petition bei der neuen Führung im Rathaus“.

WPT und EPT machen Halt in Prag

Welche Auswirkungen die Entscheidungen des Stadtrats wirklich auf die Prager Glücksspiel-Szene haben werden, bleibt abzuwarten. Für Poker-Fans ist und bleibt die tschechische Hauptstadt ein beliebtes Pflaster. So finden fast parallel zum Beschluss der Stadt in diesen Tagen zwei große Poker-Turniere in Prag statt. Seit dem 1. Dezember wird im Corinthia das € 3.300 Championship Event der World Poker Tour (WPT) gespielt. Am 6. Dezember startet die European Poker Tour dann im Hilton die EPT Prag. Zusammen mit der Eureka Poker Tour werden vom 5. bis zum 16. Dezember 97 Events gespielt. EPT Präsident Edgar Stuchly ist sich sicher, dass die EPT Prag eines der größten und besten Poker-Festivals in der Geschichte der European Poker Tour wird. Schon 260 Spieler sind für das € 5.300 EPT Main Event ab dem 10. Dezember qualifiziert. Für das € 1.100 Main Event der Eureka Tour liegt das Teilnehmerfeld schon bei 390 Spielern. Erwartet werden große Namen aus der Poker-Szene wie Bertrand ‚ElkY‘ Grospellier, Chris Moneymaker, Jason Mercier, Liv Boeree, Vanessa Selbst, Faraz Jaka und Niall Farrell.