, 21.05.2021

Am Donnerstag hat die Forschungswerkstatt für Glücksspiel und Gesellschaft der Ruhr-Universität Bochum eine Veranstaltung zum Thema Corona-Lockdown und Glücksspiel in der Schweiz durchgeführt. Bei dem digitalen Event präsentierte Jacqueline Mathys vom Institut Sozialmanagement, Sozialpolitik und Prävention der Hochschule Luzern Ergebnisse zu den Auswirkungen des Corona-Lockdowns auf eidgenössische Spieler. Ihr zufolge sei die Spielintensität durch die zwischenzeitliche Schließung von Casinos nicht angestiegen.

Während des ersten Corona-Lockdowns wurde das öffentliche Leben in der Schweiz im vergangenen Jahr stark heruntergefahren. Auch die Casinos durften vom 16. März bis 6. Juni keine Besucher empfangen.

In der Studie hätten die Wissenschaftler untersucht, ob sich das Spielverhalten von Kunden terrestrischer Casinos im Zuge der Casino-Schließung verändert habe. Zudem sei analysiert worden, inwieweit sich die Spieler anderen Formen des Glücksspiels zuwandten und ob eine geänderte Intensität des Spielverhaltens messbar war.

 

Hoher Anteil an Problemspielern

Für die Analyse sei das Verhalten von 110 nicht repräsentativ ausgewählten Spielern analysiert worden. Unter den durchschnittlich 33 Jahre alten Teilnehmern hätten sich nach Mathys Auskunft 85 Männer und 25 Frauen befunden. 15 % der Probanden hätten dabei angegeben, dass für sie eine Spielersperre für das landbasierte Glücksspiel gelte.

 

Diese Zahl korreliere in etwa mit dem Anteil der Problemspieler, der laut Studie zufolge 19 % angehörten. Bei weiteren 42 % der Probanden seien kleinere Probleme beim Spielverhalten festgestellt worden.

 

Die Schließung der Casinos habe Mathys zufolge in 44 % der Fälle dazu geführt, dass die Betroffenen das Glücksspiel einstellten. Demgegenüber hätten 56 % erklärt, dass es bei ihnen zu einem Umstieg auf das Online-Glücksspiel gekommen sei.

Als Gründe für die Fortführung des Spiels im Online-Bereich seien in erster Linie Langeweile, Gewohnheit und der Wunsch nach einer Flucht vor der Realität angegeben worden. Darüber hinaus hätten Stress, Depression, Ängste und das Verlangen nach dem Kontakt mit anderen Menschen das Online-Glücksspiel beflügelt.

Von der Mehrheit der Befragten, die laut eigener Aussage während des Lockdowns weitergespielt hätten, habe ein Großteil Mathys zufolge betont, dass ihre Spielintensität während des Lockdowns abgenommen habe. Die häufig geäußerte Befürchtung, dass der Lockdown zu einem verstärkten Spielverhalten im Online-Bereich führe, habe sich deshalb nicht bestätigt, bilanzierte Mathys.

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