, 11.02.2021

Mit Inkrafttreten des neuen Schweizer Geldspielgesetzes am 1. Januar 2019 haben die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) und die interkantonale Geldspielaufsicht GESPA (vormals COMLOT) Sperrlisten für illegale Online-Glücksspiel-Anbieter erstellt. Knapp zwei Jahre später jedoch ist ein Großteil der darin gelisteten Online-Casinos für Schweizer noch immer zugänglich.

 

Laut den Behörden sollen die Listen vor allem eine direkte Handlungsanweisung an die Telekommunikationsdienstleister der Schweiz darstellen, die darin genannten Domains für Schweizer unzugänglich zu machen. Dies scheint jedoch entweder nicht zu erfolgen oder nicht zu funktionieren.

Auf der Liste der ESBK befinden sich derzeit insgesamt 316 Online-Glücksspiel-Domains, auf der Liste der GESPA aktuell 141. Beide Listen wurden zuletzt am 8. Dezember 2020 aktualisiert und überschneiden sich partiell. Auf den Listen befinden sich unter anderem international bekannte Unternehmen wie Bet365, Interwetten, Unibet und Bet-at-home.

Wie das Schweizer Nachrichtenportal Watson heute berichtet hat, seien lediglich 53 der 316 Domains tatsächlich gesperrt. Die restlichen 263 könnten nach wie vor betreten und vollumfänglich genutzt werden. Den Test habe das Blatt mit UPC als Netzwerkprovider durchgeführt. UPC gilt in der Schweiz mit rund 2 Mio. Kunden als der größte Kabelnetzbetreiber.

 

Das Ergebnis eines von CasinoOnline.de durchgeführten Tests fällt ähnlich aus. Betritt man einige der Webseiten mithilfe eines VPN-Dienstes über eine Schweizer IP-Adresse, wird man als Schweizer Kunde erkannt.

 

Beim Versuch der Kontoeröffnung wird das Wohnsitzland automatisch als „Schweiz“ festgelegt und im Feld der Telefonnummer bereits die Vorwahl „+41“ eingetragen. Bonusangebote und Zahlungsinformationen enthalten die Währung Schweizer Franken (CHF).

 

Spielbankenkommission machtlos?

Die Journalisten von Watson hätten die Schweizer Spielbankenkommission mit diesen Fakten konfrontiert und den Internetprovider UPC als Beispiel angeführt. Die zuständige Leiterin der ESBK, Emina Veladzic, habe daraufhin erklärt:

Es gibt keine lückenlose Kontrolle, das wäre logistisch nicht möglich und ist im Gesetz nicht vorgesehen. Die ESBK hat mit dem zitierten Internetprovider Kontakt aufgenommen und diesen aufgefordert, die Situation abzuklären. Es ist natürlich problematisch, wenn Seiten nicht gesperrt sind, die es eigentlich sein sollten. Das hat man bei Inkrafttreten des Geldspielgesetzes aber gewusst.

Es mangele an den Kapazitäten, eine lückenlose Sperrung illegaler Anbieter tatsächlich durchzusetzen. Es gebe schließlich knapp 300 verschiedene Internet-Provider. Dese könnten nur stichprobenartig kontrolliert werden.

 

Der Kampf gegen illegale Online-Glücksspiel-Anbieter gleiche einem Katz-und-Maus-Spiel. Um tatsächlich effizient gegen illegale Online-Casinos vorzugehen, bedürfe es anderer Methoden, so Veladzic.

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