, 03.08.2021

In Deutschland gibt es zwischen 5.000 und 6.000 Wettbüros. In einer neuen exklusiven Reportage verrät ein Insider und ehemaliger Wettbüro-Betreiber dem Nachrichtenmagazin BILD nun, welche Bedeutung die terrestrischen Standorte für das Wettgeschäft haben. Er erklärt auch, warum Oddset, der staatliche Sportwetten-Anbieter, mit Problemen zu kämpfen habe.

 

Terrestrische Wettbüros seien neben den Online-Wettportalen ein wichtiger Bestandteil des Geschäfts mit Sportwetten. Für Anbieter wie den Glücksspiel-Giganten Tipico dienten die Standorte vor allem der Akquise neuer Kunden.

 

Dort erlernten diese am besten, wie Wetten abgeschlossen würden und welche Art von Wetten es gebe. Diese Option nutzten vor allem Menschen, die die schriftlichen Anleitungen auf den Sportwetten-Webseiten nicht nutzen wollten.

Reagiert Oddset zu träge auf Wettbetrug? 

 

Ausgerechnet der staatliche Sportwetten-Anbieter Oddset soll laut dem Insider besonders anfällig für Wettbetrug sein. Daher sei es auch dem kroatischen Wettbetrüger Ante Sapina, der in einen der größten Wettskandale in Europa involviert war, möglich gewesen, bei Oddset hohe Gewinne zu generieren.

 

Sapina soll gezielt hohe Wetten auf manipulierte Fußballspiele platziert haben. Zuvor sollen unter anderem Spieler und Schiedsrichter bestochen worden sein. Sapina wurde im April 2014 zu fünf Jahren Haft verurteilt.

 

Dieses Vorgehen sei nicht bei privaten Anbietern wie bwin oder Tipico möglich gewesen, da diese Unternehmen im Vergleich zu Oddset über ein Risikomanagement verfügten.

Hohe Einnahmen mit dem Wettgeschäft

Im Vergleich zu heute sei es früher viel einfacher gewesen, mit der Eröffnung von Wettbüros viel Geld zu verdienen, berichtete der Insider der BILD. Bereits mit geringem Kapital sei es möglich gewesen, einen Standort zu eröffnen.

Da konnte man ein Wettbüro aufmachen für unter 10 000 Euro. Da wurden ja nur Barhocker von Ikea reingestellt und solche Sachen. So haben 2005 alle angefangen. Viele hatten dann innerhalb von sechs bis acht Wochen ihr Geld wieder. Das war schon Wahnsinn. Das war extrem verlockend.

Heute sehe die Situation anders aus. Die Kunden seien anspruchsvoller geworden. So müssten mehr Fernseher angeschafft werden und auch Abos für Sportkanäle wie Sky seien kostenintensiver geworden.

 

Wer heutzutage ins Geschäft mit den Sportwetten einsteigen wolle, müsse mit Investitionen in Höhe von bis zu 300.000 Euro rechnen. Für viele sei dies wirtschaftlich nicht mehr attraktiv.