, 21.09.2021

Firmen wie Panini haben dafür gesorgt, dass Fußball-Sammelkarten seit Jahrzehnten bei Millionen von Fans auf der ganzen Welt beliebt sind. Nun erhält der Hype um die bunten Bilder dank virtueller Alternativen neuen Schwung. Verantwortlich dafür ist das französische Start-up Sorare, das von Anlegern derzeit mit über 3,6 Mrd. Euro bewertet wird.

 

Das erst 2018 in Paris gegründete Unternehmen bietet Sammlern eine digitale Alternative zu den auf den traditionellen Klebebildchen basierenden Sammelheften von Panini. Damit scheint es wie geschaffen für die weltweit rund 600.000 Fans, die auf der Plattform allein in diesem Jahr Karten im Wert von knapp 130 Mio. Euro kauften und untereinander handelten.

Die virtuellen Karten basieren auf der Blockchain-Technologie. Diese sorgt dafür, dass die begehrten Sammlerstücke der Spieler selten und nicht kopierbar sind. Im Gegensatz zum Vorbild Panini verkauft Sorare pro Saison lediglich 1.111 Bilder je Spieler. Darunter sind 100 Karten der Kategorie “Rare”, zehn “Super Rare”-Varianten sowie eine “Unique” Karte mit entsprechendem Wert. Dabei streicht das Start-up 90 % des Erlöses beim Erstverkauf ein.

Ein großer Unterschied zu Panini ist der fehlende Glücksspielfaktor. Im Gegensatz zum Original kauft der Fan kein Paket mit ihm unbekannten Karten. Stattdessen erwirbt er gezielt die Sammelkarte eines Spielers, die es ab wenigen Euro online zu kaufen gibt.

 

Spieler können Punkte sammeln

Darüber hinaus bemisst sich ihr Wert nicht nur nach ihrer Seltenheit. So können die Fans je Spieltag bis zu fünf ihrer Spieler von 180 Vereinen aus der ganzen Welt aufstellen. Zeigen diese real auf dem Platz besondere Leistungen wie beispielsweise Torerfolge, sammeln sie Punkte und steigern ihren Wert.

 

Gegenüber dem Handelsblatt erklärte der Mitgründer und amtierende CEO Nicolas Julia zur Motivation der Spieler:

Die Fans wollen ein Spiel spielen, das ihnen wirklich gehört.

Bisher erwirtschaftet das Unternehmen einen Großteil seines Umsatzes in Europa. So stehen den Gründern zufolge Großbritannien (20 %) sowie Frankreich, Spanien, Italien und Deutschland (je 10 %) für 60 % der Einnahmen.

 

Ein künftiger Fokus auf die USA

Allerdings plant Sorare eine verstärkte Expansion auf den lukrativen US-Markt, der bisher für 20 % der Erträge steht. Künftig könnte es deshalb möglich sein, dass das Unternehmen auch Sammelkarten populärer US-Sportarten wie American Football, Baseball oder Basketball herausgibt.

 

Anleger scheinen dem Geschäftsmodell der Firma für Krypto-Sammelkarten zu vertrauen. Allein bei seiner letzten Finanzierungsrunde sammelte Sorare rund 580 Mio. Euro ein. Zu den Investoren zählen neben Wagniskapitalfonds aus aller Welt prominente Fußballer wie Spaniens Gerard Piqué, Antoine Griezmann aus Frankreich oder DFB-Direktor Oliver Bierhoff.

 

Wie hoch die Begeisterung einzelner Anleger für die Karten sein kann, zeigt sich am Beispiel von Cristiano Ronaldo. Für ein einzigartiges Bild des Weltstars in Diensten von Manchester United zahlte ein Fan über 245.000 Euro.