, 30.10.2020

Spanische Buchmacher planen, gegen das kurz bevorstehende Glücksspielwerbeverbot und das damit verbundene Sportwetten-Sponsoringverbot gerichtlich vorzugehen. Dies haben lokale Medien gemeldet, nachdem Verbraucherschutzminister Alberto Garzón in dieser Woche in einem Brief an Sportvereine erklärt hatte, das Gesetz zum Verbot der Glücksspielwerbung werde in den nächsten Tagen in Kraft treten.

Zahlreiche spanische Fußballvereine werden von dem Verbot der Sponsoring-Partnerschaften betroffen sein. Allein in der höchsten spanischen Fußballliga haben 13 Mannschaften Verträge mit Glücksspielanbietern abgeschlossen, unter ihnen der FC Valencia. Seine 2019 mit dem Buchmacher Bwin abgeschlossene Partnerschaft spüle ihm pro Kampagne 5 Mio. Euro in die Vereinskasse, meldet das Wirtschaftsmagazin Marca.

Wie die Online-Zeitung El Confidencial berichtet, sei noch nicht klar, auf welchem Wege sich die Buchmacher gegen die neue Regelung zur Wehr setzen wollten. Derzeit würden sie sich diesbezüglich mit ihren Rechtsabteilungen beraten, endgültige Schritte jedoch erst einleiten, wenn das Glücksspielverbot tatsächlich gesetzlich verankert sei.

 

Vorbereitung auf das Inkrafttreten des Sportwetten-Sponsoringverbotes

 

Bislang sei noch immer unklar, wie das neue Werbeverbot in seiner endgültigen Form aussehen werde. Je nach Inhalt wollten sich die Buchmacher direkt an einen Richter wenden, um bestimmte im Dekret formulierte Maßnahmen aufzuheben. Eine weitere Möglichkeit biete der Verwaltungsweg, um finanzielle Entschädigungen zu fordern.

 

Würde die von Garzón angekündigte Übergangsfrist tatsächlich mit dem Finale dieser Saison enden, beträfe dies vor allem auch jene Vereine hart, die erst kürzlich Verträge mit Buchmachern abgeschlossen haben und die mit dem Dekret in die Illegalität rutschen.

 

Doch auch das Ende langjähriger Partnerschaften dürfte ein großes finanzielles Loch bei den Vereinen hinterlassen. Insgesamt rechne die Fußballliga LaLiga mit Einbußen in Höhe von 90 Mio. Euro. Fraglich sei zudem die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen am stark regulierten spanischen Markt.

 

Der Präsident des Branchenverbandes Cejuego, Alejandro Landaluce, betonte:

Die neue vom Verbraucherministerium vorgeschlagene Verordnung ist für die Nutzer von Nachteil, da sie legales und illegales Glücksspiel gleichstellt. […] Wie wir im letzten Alarmzustand festgestellt haben, kann diese Art von Verboten dazu führen, dass die Spieler auf das illegale Glücksspiel zurückgreifen.

Der Verband der spanischen Online-Glücksspielanbieter Jdigital fügte hinzu, dass mit dem Verbot der Sponsoring-Partnerschaften die Grundsätze des Wettbewerbs und des freien Marktes verletzt würden. Diese „willkürlichen“ Maßnahmen würden auch Dritten schaden. So sei absehbar, dass auch Medien wie Radio und Fernsehen mit massiven Einnahmeeinbußen zu rechnen hätten.

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