, 24.11.2020

Das seit Freitag geltende Alkohol-Ausschankverbot in Schweden geht für einige Glücksspielanbieter mit einem Glücksspiel-Verbot einher. Schwedens Glücksspielaufsicht Spelinspektionen hat gestern erklärt, dass Glücksspiel-Anbieter mit Ausschank-Lizenz im Rahmen der aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen nach 22:00 Uhr keine Casino-Spiele und Automatenspiele mehr anbieten dürften.

 

Keine Casino-Spiele nach 22:00 Uhr abends

 

Wie die Glücksspielaufsicht in ihrer Mitteilung [Seite auf Schwedisch] ausführte, dürften Casino-Spiele vom 20. November bis Ende Februar 2021 nicht zwischen 22:00 Uhr und 11:00 Uhr angeboten werden. Spielautomaten müssten während dieser Zeit abgeschaltet sein. Dies gelte für all jene landbasierten Glücksspieleinrichtungen, die über eine Lizenz zum Ausschank von Alkohol (sogenannte Restaurant-Casinos) verfügten.

 

Hintergrund seien die Glücksspielvorschriften. Nach diesen dürften Glücksspiele in Betrieben mit Ausschanklizenz nur während der Zeit angeboten werden, während der auch der Ausschank genehmigt sei.

Am Sonntagabend machte Schwedens Premierminister Stevan Löfven in einer seiner seltenen Fernsehansprachen auf den Ernst der Lage im Land aufmerksam. Dabei erinnerte er daran, dass der Konsum von Alkohol in Bars und Restaurants ab 22:00 Uhr verboten sei. Im Gespräch sei zudem ein Pandemiegesetz, bis zu dessen Verabschiedung jedoch mehrere Monate vergehen dürften.

 

Aktuell verzeichnet Schweden insgesamt 208.295 Ansteckungen mit dem Coronavirus, darunter 6.406 Todesfälle (Stand: 24.11.2020).

Verlängerung der Restriktionen für Online-Glücksspielanbieter in Sicht

 

Zugleich drohe Online-Glücksspielanbietern in Schweden nach Meldung des Branchenverbandes Branschföreningen för Onlinespel (BOS) eine Verlängerung der aktuellen Restriktionen bis zum 30. Juni 2021.

 

Seit dem 2. Juni ist das wöchentliche Einzahlungslimit auf 5.000 SEK (ca. 460 EUR) begrenzt und Boni dürfen höchstens 100 SEK (ca. 9 EUR) betragen. Zudem müssten Spieler beim Besuch eines Online-Casinos ein Zeitlimit festlegen.

 

Als Grund für die Einführung der Restriktionen hatte Sozialversicherungsminister Ardalan Shekarabi im Juni in einer Pressemitteilung den finanziellen Schutz der Bevölkerung in der Coronakrise genannt:

Infolge der vorherrschenden Pandemie sehen wir eine Mischung von Umständen, die zusammengenommen ein großes Risiko hinsichtlich des Glücksspiels darstellen. Diese müssen kompensiert werden. Mit diesen Maßnahmen stärkt die Regierung den Schutz der schwedischen Verbraucher.

Der BOS kritisierte die Restriktionen in einem gestrigen Schreiben an die Regierung scharf und sprach sich gegen eine Verlängerung der Maßnahmen aus. Die Einschränkungen führten dazu, dass Spieler vermehrt illegale Glücksspielanbieter aufsuchten. Zudem würden Spieler die Einzahlungslimits umgehen, indem sie Konten bei verschiedenen Anbietern eröffneten.

 

Ob die Regierung sich dieser Kritik gegenüber öffnen und auf eine Verlängerung der Restriktionen verzichten wird, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.