, 24.04.2020

Die schwedische Regierung hat am Donnerstag angekündigt, die geltenden Glücksspielgesetze temporär drastisch verschärfen zu wollen. Grund dafür sei ein starker Anstieg der Spielerbeteiligung in Online-Casinos seit Beginn der Corona-Krise.

 

Im Pressestatement auf der Webseite der Regierungskanzlei heißt es [Seite auf Schwedisch], dass voraussichtlich ab dem 1. Juni neue Einschränkungen bezüglich der Spielzeiten und Einzahlungslimits gelten sollen.

 

Laut Schwedens Sozialversicherungsminister, Ardalan Shekarabi, seien drei Maßnahmen vorrangig:

 

  • Das wöchentliche Einzahlungslimit soll auf 5.000 SEK (knapp 460 Euro) heruntergesetzt werden.
  • Bonusangebote sollen maximal 100 SEK (9,21 Euro) betragen dürfen.
  • Spieler sollen vor Spielbeginn ein obligatorisches Zeitlimit für ihren Online-Casino-Besuch festlegen müssen.

 

Der bisherige Entwurf über die Verschärfung des Glücksspiel-Regelwerkes soll am 7. Mai diskutiert werden. Werde der Vorschlag dann mehrheitlich angenommen, sollen die neuen Regelungen bis Ende 2020 ihre Gültigkeit behalten.

 

Shekarabi erklärt, dass die Kombination aus den veränderten Alltagsumständen und der Verringerung des regulierten Spielangebotes, maßgeblich durch den Wegfall der Sportwetten-Branche, eine große Gefahr für den Spielerschutz darstelle:

Wir sehen gerade eine Entwicklung in Richtung eines erhöhten Risikos der Arbeitslosigkeit, der Krankenurlaube und der wirtschaftlichen Unsicherheit, während gleichzeitig die Wetten wegbrechen. Diese Mischung aus Umständen birgt ein großes Risiko für den Spielbereich.

Die Regierung müsse daher schnell einschreiten, um den Schutz der Konsumenten während der COVID-19-Pandemie weiterhin zu gewährleisten.

 

Der Minister verweist auch auf die jüngsten Statistiken der schwedischen Steuerbehörde. Demnach zeigten die Zahlen, dass einige Online-Glücksspielunternehmen innerhalb der letzten Wochen einen großen Zuwachs an Spielern verzeichnet hätten.

 

Glücksspielaufsicht besonders gefordert

Das betreffe vor allem Webseiten mit einem breiten Angebot an Spielautomaten und Casinospielen. Laut Shekarabi berge diese Art der Glücksspiele ein besonders hohes Risiko für die Spieler.

 

Besonders problematisch in diesen Zeiten seien daher auch die vielen illegalen Online-Casinos, die sich noch immer auf dem schwedischen Glücksspielmarkt befänden.

 

Die schwedische Glücksspielaufsicht soll daher mehr Kompetenzen erhalten, um gegen illegale Anbieter vorzugehen. Auf der Webseite der Spelinspektionen heißt es, die Behörde solle:

 

  • einen Bericht über die Entwicklungen des Glücksspielmarktes verfassen.
  • Maßnahmen ergreifen, um die Öffentlichkeit auf das Selbstausschluss-Programm Spelpaus.se aufmerksam zu machen.
  • den illegalen Online-Glücksspielmarkt stärker kontrollieren und Vorschläge einreichen, durch welche Maßnahmen dieser bekämpft werden könne.
  • Maßnahmen vorschlagen, die den Spielerschutz erhöhen und die Spielerbeteiligung allgemein begrenzen könnten.

 

Die Behörde begrüße nach eigener Aussage die geforderten Maßnahmen. Laut Generaldirektorin Camilla Rosenberg werde so endlich der Spielerschutz in den Fokus gerückt.