, 11.04.2020

Berichten schwedischer Medien zufolge soll die Regierung derzeit ein Verbot des Online-Glücksspiels in Betracht ziehen. Anfang dieser Woche sagte der schwedische Minister für soziale Sicherheit, Ardalan Shekerabi, dass “außergewöhnliche Maßnahmen” umgesetzt werden könnten.

 

Damit soll während der Restriktionen aufgrund der Covid-19-Pandemie das Risiko einer Zunahme pathologischen Glücksspiels eingedämmt werden. Die schwedische Aufsichtsbehörde Spelinspektionen [Seite auf Englisch] soll bestätigt haben, dass über eine temporäre Schließung der Online-Casinos nachgedacht werde.

 

Allerdings sei diesbezüglich noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden. Begründet wird diese rigorose Maßnahme mit der Besorgnis, dass Menschen, die ihre Freizeit zu Hause verbringen müssten, die Glücksspielangebote der virtuellen Spielstätten vermehrt nutzen könnten.

Neue Daten von Spelinspektionen zeigen, dass die Anzahl der Online-Casino-Registrierungen und -Logins in den letzten 14 Tagen bei 17 der 60 Lizenznehmer um 33 % gestiegen sei.

 

Ein weiteres Ergebnis, das Grund zur Sorge sei, sei außerdem die Tatsache, dass fast ein Drittel der schwedischen Spieler explizit nach nicht lizenzierten Glücksspiel-Anbietern suche. Die strengen Auflagen für den Glücksspielmarkt in Schweden machten die Angebote ausländischer Anbieter für die Spieler attraktiver.

Vertreter der Glücksspiel-Branche reagieren mit Besorgnis

Die Aussicht auf das Verbot wurde von den Interessengruppen der Branche mit Bestürzung aufgenommen, denn ein Verbot der regulierten Anbieter könnte einen Ansturm auf nicht lizenzierte Online-Casinos zur Folge haben.

 

Die Ansicht, dass ein Verbot den unregulierten Markt stärken könnte, teilt auch Gustaf Hoffstedt, Generalsekretär der Branchenvereinigung für Online-Glücksspiel (Branschföreningen för Onlinespel, BOS). Hoffstedt stellte die Behauptung auf, dass der Anteil des regulierten Marktes derzeit bei rund 75 % liege. Dieser Wert liege weit unter den 90 %, die Spelinspektionen anvisiere.

 

Hoffstedt sagt:

“Die Konditionen für die schwedischen lizenzierten Betreiber zu erschweren, wäre kein besonders kluger Schachzug.”

Die Behörden sollten sich vielmehr darauf konzentrieren, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten würden. Auch zusätzliche Maßnahmen nach dem Vorbild anderer europäischer Staaten, die den Schutz der Verbraucher während der Corona-Krise gewährleisten sollen, könnten in Betracht gezogen werden.

 

So erteilten die britische Glücksspielkommission, die dänische Aufsichtsbehörde Spillemyndigheden und die belgische Glücksspielkommission den Spielern Ratschläge, um Problemen beim Glücksspiel vorzubeugen.

 

Spanien schränkte die Glücksspiel-Werbung ein und Belgien führte ein Einzahlungslimit von 500 Euro wöchentlich ein. Die endgültige Entscheidung der schwedischen Regierung steht noch aus.

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