, 07.01.2020

Schwedens Glücksspielbetreiber müssen sich auf strengere Richtlinien einstellen. Die Regierung plant, schärfer gegen die aggressive Glücksspielwerbung vorzugehen.

 

Das Jahr 2020 beginnt für Europas Glücksspielfirmen mit kräftigem Gegenwind: Bereits Anfang der Woche wurde Belgiens Sportwettenbranche mit möglichen Werbebeschränkungen konfrontiert. Nun droht Schwedens Gaming-Industrie ein ähnliches Schicksal.

 

Darauf deuten Äußerungen von Sozialversicherungsminister Ardalan Shekarabi hin. Er sagte, dass die Regierung bereit sei, mit “Phase 2” der Glücksspielregulierung zu beginnen.

 

Weniger “aggressive Werbung”

Ein Schwerpunkt liege dabei auf der Einführung strengerer Werberichtlinien für die Glücksspielanbieter. Damit solle die zu aggressive Werbung einzelner Unternehmen härter sanktioniert werden.

 

Gleichzeitig lobte der Minister die bereits erzielten Erfolge. Medien gegenüber sagte er:

Ich bin mit der ganzen Sache zufrieden. Aber es gibt weiterhin einen Bereich, in den wir in den kommenden Monaten sehr viel Energie stecken müssen, und das ist die Werbung. (…) Hier müssen wir die Kontrolle zurückgewinnen und die Gesetze verschärfen, um aggressive Glücksspielwerbung zu entfernen.

Ein besonderer Fokus liege dabei auf den Online Casinos, deren Entwicklung er äußerst kritisch verfolge.

 

Spelinspektionen soll kontrollieren

Damit Überschreitungen künftig wirksam gestoppt würden, solle die Glücksspielaufsicht Spelinspektionen [Seite auf Englisch] die Marketingbemühungen der Anbieter auf allen Werbekanälen genau prüfen.

 

Ardalan Shekarabi zufolge liege es nun an den Kontrolleuren, wie sie gegen die Werbepraxis von Firmen vorgingen, sobald sie Verstöße oder gar illegale Aktivitäten registrieren.

Schwedens Online Glücksspiel wurde Anfang 2019 liberalisiert. Seitdem sind auch ausländische Online Casinos legal, was zu einer rasanten Zunahme von Anbietern und ihrer Glücksspielwerbung geführt hat.

Dass die Behörde dazu bereit ist, hat sie in der Vergangenheit vielfach bewiesen. So belegte sie im vergangenen Jahr eine Reihe von Anbietern aufgrund von Regelverstößen mit einer Gesamtstrafe in Höhe von knapp 4 Millionen Euro.

 

Die Worte des Ministers haben zudem Gewicht, denn als Zivilminister war Ardalan Shekarabi 2018 maßgeblich an der Ausarbeitung der neuen Glücksspielgesetzgebung beteiligt.

 

Seitdem zählt er in der Regierung zu den profiliertesten Kennern des Glücksspiels und wird bei dem Thema stets als Berater hinzugezogen. Schwedens Glücksspielbetreiber dürfen deshalb davon ausgehen, dass Ardalan Shekarabi seinen Worten im Verlauf der nächsten Monate Taten folgen lässt.

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