, 26.03.2020

Isai Scheinberg, der langjährige Chef und Gründer von PokerStars, hat sich am Mittwoch vor einem Bundesgericht in New York des illegalen Glücksspiels schuldig bekannt.

 

Wie das Justizministerium in einem Pressestatement mitgeteilt hat, habe der 73-Jährige durch sein Schuldbekenntnis eingeräumt, illegale Online-Poker-Angebote an US-Amerikaner offeriert und damit US-Bundes- und Staatenrecht verletzt zu haben.

 

Nun drohen dem kanadischen Staatsbürger bis zu fünf Jahre Haft.

Warum haben die US-Behörden Scheinberg strafrechtlich verfolgt?

Die USA hatte im Jahre 2006 den Unlawful Internet Gambling Enforcement Act (UIGEA) verabschiedet, der das Betreiben von unlizenzierten Online-Glücksspielen in den Vereinigten Staaten unter Strafe gestellt hat. PokerStars operierte von der Isle of Man ohne US-Erlaubnis auf amerikanischem Boden. Im Zuge dessen wurde gegen Scheinberg im Jahre 2011 Anklage erhoben. In der Folge musste sich PokerStars vom US-Markt zurückziehen und insgesamt 731 Millionen US-Dollar an die Behörden zahlen. Das Strafverfahren gegen Scheinberg wurde nicht eingestellt. 2019 war Scheinberg in der Schweiz festgenommen und in die USA ausgeliefert worden.

Ein langjähriges Verfahren geht zu Ende

 

Mit Scheinbergs Geständnis ist ein langjähriger Strafprozess zu Ende gegangen, in dessen Rahmen bereits 11 weitere Beschuldigte, darunter der ehemalige Full Tilt Poker-Boss Ray Bitar, verurteilt worden waren.

 

Zufrieden über den Verfahrensausgang zeigte sich am Mittwoch das US-Justizministerium, für das das Schuldgeständnis ein verspätetes, aber gerechtes Verfahrensende darstelle, wie US-Bundesstaatsanwalt Geoffrey S. Berman sagte:

„Vor zehn Jahren hat diese Behörde elf Beschuldigte, die betrügerische Zahlungsabwicklungen für drei der größten Online-Poker-Firmen in den USA – PokerStars, Full Tilt Poker und Absolute Poker – betrieben oder bereitgestellt haben, wegen illegaler Glücksspielgeschäfte und anderer Verbrechen angeklagt. Isai Scheinbergs heutiges Geständnis zeigt, dass der Lauf der Zeit nicht verhindert, dass diese Behörde entschlossen ist, diejenigen Personen zur Verantwortung zu ziehen, die US-Recht brechen.“

 

Mit einem blauen Auge könnte Scheinberg aber dennoch davonkommen. Wie das Nachrichtenportal Bloomberg berichtet (Link auf Englisch), werde die Staatsanwaltschaft aufgrund der Verfahrensabsprache nur eine Freiheitsstrafe zwischen 12 und 18 Monaten, nicht aber die Höchststrafe fordern.

 

Wie lange der ehemalige PokerStars-Gründer in Haft muss, wird Richter Lewis A. Kaplan entscheiden. Das Datum der Urteilsverkündung steht noch nicht fest.