, 08.03.2020

US-Pokerspieler Mike Postle soll bei Livestream-Turnieren der Stones Gambling Hall in Kalifornien massiv betrogen und dadurch Gewinne in Höhe von rund 300.000 US-Dollar generiert haben. In dieser Woche hat Casinobetreiber King`s Casino die Abweisung einer Sammelklage der mutmaßlichen Geschädigten im Streitwert von 30 Mio. USD gefordert.

 

Betrugsopfer oder schlechte Verlierer?

 

Mithilfe von Turnierveranstalter Justin Kuraitis soll Poker-Pro Mike Postle in der Stones Gambling Hall in Citrus Heights, Kalifornien, in mindestens 68 Fällen massiv betrogen haben. So sieht es die im Namen von 25 Teilnehmern der Stones Live Poker-Turniere eingereichte Klage (Seite auf Englisch) des Anwalts Mac VerStanding. VerStanding fordert jeweils 10 Mio. USD von Postle, Kuraitis und Stones-Betreiber King`s Casino.

 

Nun forderte der Glücksspielbetreiber das zuständige Gericht in Sacramento auf, die Klage abzuweisen. Als Veranstalter könne er nicht dafür verantwortlich gemacht werden, so die Argumentation, dass die Kläger schlechte Verlierer seien:

Diese Klage spiegelt die älteste Beschwerde von Spielern wider – dass ihr mangelnder Erfolg bedeutet, dass sie betrogen wurden. Stones hatte keinen Anteil daran, wer bei den Pokerspielen Geld gewonnen oder verloren hat. Alles, was Stones getan hat, war, einen Veranstaltungsort für das Pokerspiel bereitzustellen. Die Kläger entschieden selbst, ob sie spielten und wie lange, wie viel sie setzten und mit welchen Händen sie teilnahmen.

Zehnmal erfolgreicher als die Besten der Besten

 

Die scheinbare Glückssträhne des kalifornischen Poker-Pros Mike Postle hatte im September vergangenen Jahres ein jähes Ende gefunden. Über Twitter wandte sich damals die ehemalige Teilnehmerin und Kommentatorin der Stones Live-Poker-Turniere Veronica Brill an die Öffentlichkeit.

 

Ihr Eindruck: Der Erfolg des Senkrechtstarters, der während der Partien immer wieder durch überraschende Manöver aufgefallen war, könne kaum allein auf dessen Glück oder Fähigkeiten zurückgeführt werden. Postles Gewinnquote soll zu diesem Zeitpunkt rund das Zehnfache der der erfolgreichsten Pokerspieler der Welt betragen haben.

 

Der Betrugsvorwurf schlug insbesondere online große Wellen und führte dazu, dass eine Vielzahl Interessierter die Partien Postles genauer unter die Lupe nahm.

 

 

Vermutlich, so der Konsens, habe Turnierleiter Kuraitis Postle über dessen Smartphone und/oder ein an seiner Kopfbedeckung befestigtes Endgerät über die Karten der Mitspieler informiert. Hierauf wiesen sowohl das Setzverhalten und die Körpersprache Postles hin als auch dessen in Interviews zutage tretende Unfähigkeit, sein eigenes Spiel zu rekapitulieren.

 

Mike Postle hat noch bis zum 24. März Zeit, sich zu den Vorwürfen der Klage zu äußern. Ob und wann der Fall vor Gericht gehen könnte, ist bislang nicht bekannt.