, 19.02.2021

In Bochum hat die Polizei eine illegale Pokerrunde aufgelöst. Die Spieler sollen sich bereits seit Wochen in einer Kneipe getroffen haben, um versteckt hinter einer Geheimtür an illegalen Kartenspielen teilzunehmen, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

 

Auslöser für die bereits am vergangenen Sonntag erfolgte Razzia seien Tipps aus der Bevölkerung gewesen. Diese hätten schon Ende Januar auf verdächtige Bewegungen rund um ein Lokal in der Bochumer Innenstadt hingewiesen.

 

Luxusautos brachten die Beamten auf die Spur

Daraufhin hätten sich Zivilfahnder an die Observation des Gebäudes gemacht, vor dem insbesondere an Wochenenden reger Betrieb geherrscht habe. Zugleich sei den Beamten in der Umgebung des Hauses eine verdächtige Häufung hochpreisiger Luxusautos aufgefallen.

 

Allerdings sei die Eingangstür des Lokals verschlossen und mit einem Rollier zusätzlich gesichert gewesen. Im Laufe der Observation hätten die Polizisten jedoch festgestellt, dass die Besucher stets in einem nahegelegenen Hausflur verschwunden seien.

In Corona-Zeiten häufen sich in Deutschland Razzien gegen das illegale Glücksspiel. So schlugen die Beamten allein in der vergangenen Woche unter anderem in Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen erfolgreich gegen Betreiber und Spieler zu.

Bei der am Sonntagabend erfolgten Razzia seien mehrere Zivilpolizisten über den Flur in den Keller des Gebäudes gestiegen. Dort hätten sie eine lediglich 1 m² große Geheimtür entdeckt, die sie durch festes Drücken öffneten.

 

Direkt dahinter habe sich ein Raum mit einem Pokertisch befunden, an dem drei Personen beim Kartenspiel gesessen hätten. Des Weiteren seien zwei weitere Männer angetroffen worden, die gerade an Spielautomaten gespielt hätten.

 

Gegenüber der Bild-Zeitung äußerte sich Volker Schütte, Pressesprecher der Polizei Bochum:

Es ist erschreckend, welchen Aufwand manche Menschen betreiben, um weiter am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Neben der geheimen Kellertür habe der Raum über einen direkten Zugang zur Kneipe verfügt. Zum Zeitpunkt des Zugriffs hätten sich dort weitere Menschen befunden und mit Getränken versorgt.

 

Insgesamt seien den Beamten im Rahmen der Durchsuchung elf Männer im Alter von 25 bis 53 Jahren ins Netz gegangen. Keiner von ihnen habe den vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz getragen. Wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung seien sie und der Betreiber noch vor Ort angezeigt worden.

 

Darüber hinaus ermittle die Staatsanwaltschaft gegen die Beteiligten nun wegen des Verdachts auf illegales Glücksspiel.