, November 7, 2019

Die österreichischen Poker-Clubs könnten schon vor dem 31. Dezember 2019 geschlossen werden. Wie die Tageszeitung Kurier gestern berichtete, soll CCC-Gründer Peter Zanoni seinen engsten Mitarbeitern mitgeteilt haben, dass die privaten Poker Spielstätten nun tatsächlich vor dem Aus stünden.

 

Jahrzehntelanger Kampf um die privaten Poker-Clubs

 

Erst einen Monat ist es her, dass die Concord Card Casinos (CCC) ihren 26. Geburtstag feierten, aber schon Anfang Oktober schrieb der Kurier, dass die privaten Pokercasinos ab Ende des Jahres der Vergangenheit angehören könnten und Poker ab 1. Januar 2020 nur noch in den Casinos Austria gespielt werden dürfe.

Das österreichische Glücksspielgesetz betrachtete Poker zunächst nicht als Glücksspiel. Dies änderte sich mit einer Gesetzesänderung im Jahr 2013 die vorsieht, dass Poker ab 2020 nur noch in konzessionierten Casinos gespielt werden darf, aber nicht mehr in privaten Pokerräumen. Dies bedeutet spätestens ab 1. Januar 2020 das Aus für Zanonis 12 Concord Card Casinos und sein Montesino.

“Pokerkönig” Peter Zanoni ist es jahrelang gelungen, trotz Widerstand von Staat und Finanzbehörden weiterhin Poker in seinen Pokercasinos anzubieten. Während es in den staatlichen Casinos höhere Einsatzlimits gab, setzte man bei CCC und Montesino auf geringere Einsätze und Cashgames, bei denen ein Buy-In in Höhe von 50 Cent bis 5 Euro möglich war.

Rechtlich funktionierte dies, weil es in den Betrieben von Zanoni keine Bank gab. Das Geschäftsmodell von Zanoni beschreiben die Kurier-Journalisten Dominik Schreiber und Kid Möchel wie folgt:

„Zanoni aber bietet de facto nur Gastronomie an und die Dealer müssen sich an den Tischen einkaufen. Sie werden dann etwa durch die Trickgelder der Spieler bezahlt.“

Zum Verhängnis geworden sei Zanoni letztlich allerding die Glücksspielabgabe, die Finanzbehörden für jede einzelne Spielrunde einforderten. Daraus habe sich eine Forderung in Höhe von 300 Mio. Euro ergeben. Obwohl Zanoni gerichtlich gegen die folgenden Konkursanträge vorging, wurden die Einsprüche abgewiesen und verschiedene Insolvenzverwalter würden nach Medienangaben nun prüfen, ob eine Weiterführung des Betriebes noch bis Jahresende möglich sei oder dieser bereits vorher eingestellt werde.

 

Bisher soll Zanoni dieses Dilemma immer wieder gelöst haben, indem er für ein Unternehmen Konkurs anmeldete und ein anderes Unternehmen anmeldete, in dem er den Betrieb fortsetzte. Die Eröffnung einer neuen Firma soll durch die Insolvenzverwalter jedoch nun auch verhindert worden sein.

 

Casinos Austria rüsten auf

 

Während die Community noch immer hofft, dass Peter Zanoni doch noch einen Weg finde, um die Pokercasinos am Laufen zu halten, rüstet Casinos Austria auf. Niklas Sattler, Pokermanager bei Casinos Austria, betonte, im nächsten Jahr starte die Pokeroffensive. In Wien wurde Anfang Oktober bereits die neue Poker Lounge im Casino Austria geöffnet. Mit dabei waren österreichische Pokerprofis wie Jessuca Teusl und Erich Kollmann sowie der deutsche Pokerstar Feder Holz.

 

Grand Casino Baden in Baden bei Wien

Casinos Austria hat für 2020 eine Pokeroffensive angekündigt. (Bild: WIkipedia/Bwag, CC BY-SA 4.0)

Vorerst werden vier Tische angeboten. Laufen diese gut an, wolle man bei Casinos Austria aufstocken und auch Turniere anbieten. Damit nicht nur Highroller, sondern auch Einsteiger das Angebot nutzen, sei die Kleiderordnung gelockert worden.

 

Die Tische dürften jedoch kaum ausreichen, um den vorhandenen Bedarf zu decken. Derzeit sollen in den privaten Pokercasinos etwa 300 Spieler an Pokerturnieren teilnehmen und Medienberichte äußern Befürchtungen, diese könnten nach Schließung des CCC in die Illegalität abwandern. Wie genau die von Casinos Austria angekündigte Poker-Offensive aussehe, ist bisher jedenfalls unklar.

 

Für den 11. November hat Peter Zanoni eine Pressekonferenz angekündigt. Diese wird zeigen, ob die Concord Card Casinos und das Montesino tatsächlich in Kürze ihre Pforten schließen oder zumindest bis zum 31. Dezember 2019 ihren Betrieb aufrechterhalten können. Es ist ungewiss, ob sich die Hoffnungen der Spieler, dass es auch im Jahr 2020 eine Zukunft für Zanonis Betriebe und die übrigen betroffenen, kleineren Pokerräume gebe, erfüllen werden.

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