Mittwoch, 28. September 2022

FIFA sperrt Club-Präsidenten von Paraguay wegen Spielmanipulation

banned fußball

Das FIFA-Disziplinar-Komitee hat in seiner Sitzung am 24. September den derzeitigen Präsidenten des paraguayischen Klubs Olimpia, Marco Antonio Trovato Villalba, der Spielmanipulation für schuldig erklärt. Dies hat der Fußballverband FIFA am Montag in einer Presseerklärung [Seite auf Englisch] mitgeteilt.

Trovato Villalba soll nach Aussage der FIFA zwischen 2018 und 2019 eine Reihe von Spielen manipuliert haben. Der Verband äußerte sich nicht im Detail zu den fraglichen Spielen.

Er bestätigte jedoch Trovato Villalbas Verstoß gegen Artikel 18 des FIFA Disciplinary Codes [Dokument auf Englisch], der die Manipulation von Fußballspielen und Wettkämpfen aufgreift.

Weiterhin habe der Vereinspräsident gegen Artikel 20 des FIFA-Kodex verstoßen, der zur Zusammenarbeit mit dem Fußballverband im Rahmen eines Disziplinarverfahrens verpflichtet.

Manipulation von Fußballspielen und Wettkämpfen im FIFA Disciplinary Code

Jeder, der direkt oder indirekt durch eine Handlung oder Unterlassung den Verlauf, das Ergebnis oder einen anderen Aspekt eines Spiels und/oder eines Wettbewerbs rechtswidrig beeinflusst oder manipuliert oder auf irgendeine Weise konspiriert oder versucht, dies zu tun, wird mit Ausschluss an der Teilnahme an fußballbezogenen Aktivitäten für die Dauer von mindestens fünf Jahren sowie mit einer Geldstrafe von mindestens 100.000 CHF bestraft.

In schwerwiegenden Fällen wird eine längere Sperrfrist einschließlich eines möglichen lebenslangen Verbots der Teilnahme an fußballbezogenen Aktivitäten verhängt.

Hohe Geldstrafe und lebenslanger Ausschluss

Die FIFA-Disziplinarkommission hat beschlossen, Trovato Villalba mit einem lebenslangen Ausschluss von allen fußballbezogenen Aktivitäten zu bestrafen und ihm eine Geldstrafe von CHF 100.000 (92.350 Euro) aufzuerlegen. Dem ehemaligen Vereinspräsidenten sei der Beschluss am Montag mitgeteilt worden.

SpielerInnen können anonym Spielmanipulation melden

Das Urteil der FIFA folgte, kurz nachdem der Internationale Verband der Profifußballer (FIFPro) die Veröffentlichung seiner Red-Button-App bekanntgegeben hatte. Die App ermöglicht es, mutmaßliche Spielmanipulationen anonym zu melden.

Auf diese Weise werden FußballspielerInnen geschützt, die um Konsequenzen für ihre Karriere und ihre persönliche Sicherheit besorgt sind. Die FIFA machte allerdings keine Aussage darüber, ob die Informationen im Falle Trovato Villalba über die App übermittelt wurden.

Der ehemalige Vereinsvorsitzende des paraguayischen Fußballclubs hat nun zehn Tage Zeit, um die Gründe für die Entscheidung zu erfragen. Danach wird sie auf legal.fifa.com veröffentlicht. Gegen diese Entscheidung kann Trovato Villalba bei der FIFA-Berufungskommission Berufung einlegen.