Britische Sportwarenkette wird mit eSports-Terminals ausgestattet

, February 15, 2018

Computerspieler vor dem Bildschirm

Kunden in britischen Sportkaufhäusern können dort bald auch zocken. (Bild: excelsior.com)

Die britische Sportwarenkette Sports Direct stellt in ihren Filialen zukünftig eSports Spielstationen für Computerspieler auf. Im Rahmen der Kooperation mit der Computerspielfirma Game Digital sollen einige der Sports Direct Läden in naher Zukunft mit eSports Terminals ausgestattet werden, an denen Kunden verschiedene eSports Titel spielen können. Der eSports Bereich soll dabei nicht nur zum Spielen einladen, sondern auch als Treffpunkt für Gamer und als Verkaufsfläche dienen. Auf diese Weise soll die Brücke geschlagen werden zwischen traditionellem Sport und modernen Videospielwettkämpfen.

 

Sports Direct betreibt rund 500 Filialen in Großbritannien und ist aufgrund seines erschwinglichen Preissegments vor allem bei jungen Leuten sehr beliebt. Wie viele der Niederlassungen künftig über eine eSports Abteilung verfügen, gab das Unternehmen noch nicht bekannt.

 

Geburtstagsfeier an den Konsolen

Sports Direct hält 25,8 % der Anteile an Game Digital und zahlt weitere 2,3 Millionen an Belong, die eSports Abteilung von Game Digital. Belong betreibt bereits eSports Arenen im Vereinigten Königreich und wird auch die Terminals in den Sports Direct Filialen bereitstellen. Unter dem Namen Insomnia veranstaltet Game Digital außerdem eSports Festivals. Zu der Geräteaufstellung in den Sportkaufhäusern heißt es seitens Game Digital:

„Die Arenen sind der ideale Ort für Computer- und Konsolenspieler und können als Treffpunkt mit Freunden, als Turnierarena oder für Gamingabende dienen. Spieler können dort außerdem neue Spiele testen oder aktuelle Techniktrends ausprobieren und gemeinsam eine tolle Zeit bei Events rund um das Thema Gaming und eSports verbringen.“

Gegen eine Gebühr von 7 Pfund pro Stunde können die Terminals gebucht werden, alternativ steht auch eine Virtual Reality Erfahrung zur Verfügung, die ab 5 Pfund pro 10 Minuten zu haben ist. Auch Geburtstagsfeiern sollen gebucht werden können.

 

„Shoppertainment“ auf dem Vormarsch

Sports Direct Filiale mit Mitarbeitern

Sports Direct hat bald eSports im Angebot (Bild: sportsdirect.com)

In Großbritannien ist die Strategie von Sports Direct und Game Digital von der Presse bereits „Shoppertainment“ getauft worden. Damit bezeichnen die Medien ein Konzept, das Shopping und Entertainment, also Einkaufen und Unterhaltung, verbindet. Vor allem Game Digital und seine Tochterfirma Belong erhoffen sich von der Zusammenarbeit mit Sports Direct einen Vorteil gegenüber Konkurrenten wie Amazon, über die potenzielle Kunden ebenfalls Geräte und Equipment ordern. Anstatt sich auf den reinen Verkauf von Gegenständen zu beschränken, will Game Digital seinen Kunden zunehmend Erfahrungen und Erlebnisse verkaufen.

 

eSports Branche boomt

Für 2017 liegen mittlerweile die ersten Zahlen für den eSports Markt vor und diese übertreffen alle Erwartungen. Rund 1,5 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete die Branche im vergangenen Jahr. Bis 2023 gehen die Experten von der Gaming Forschungsstelle SuperData sogar davon aus, dass der Markt auf 2,3 Milliarden Dollar anwachsen wird.

 

Die Marktforscher von Newzoo fanden heraus, dass 385 Millionen Menschen weltweit eSports verfolgen, hauptsächlich über Online Portale wie Twitch. Bei Veranstaltungen und großen Turnieren in Städten rund um den Globus kommen zudem über 100.000 Menschen zusammen, um ihre Idole live zu sehen.

 

Superstar Jennifer Lopez investiert in Overwatch

Der Trend zum wettkampforientierten Computerspiel ist mittlerweile in aller Munde und eSports hat sich in vielen Ländern zum Publikumgsmagneten entwickelt. Sowohl Fußballvereine als auch andere traditionelle Sportverbände und Prominente investieren bereits in eAthleten.

 

So hat Sängerin und Schauspielerin Jennifer Lopez vergangenen Herbst in ein Overwatch Team der eSports Organisation NRG Esport investiert. Gemeinsam mit anderen Prominenten, unter anderem aus der NBA und der NFL, ist die Amerikanerin an einem 15 Millionen schweren Investment beteiligt.