, 13.10.2020

Das Regierungspräsidium Darmstadt im Bundesland Hessen hat am Montag bestätigt, dass insgesamt 15 Lizenzen für die Veranstaltung von Sportwetten mit bundesweiter Gültigkeit an Glücksspielunternehmen ausgegeben worden seien.

 

Neben der Gauselmann Gruppe und Tipwin, die als erste Unternehmen die Konzessionen erhalten hatten, dürfen nun auch die Marken bwin, Gamebookers, GVCs Ladbrokes und Sportingbet sowohl landbasierte Wettbüros als auch Online-Plattformen betreiben.

 

Reine Online-Lizenzen wurden darüber hinaus an BetVictor, Bet365 und Jaxx von Greenvest Betting ausgegeben. Nach Angaben des Regierungspräsidiums Darmstadt bedienten die 15 Lizenznehmer bereits rund 75 % des deutschen Sportwetten-Marktes.

 

Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) sagte dazu gegenüber dem Deutschlandfunk:

Damit endet eine jahrelange Hängepartie in der deutschen Glücksspielregulierung. Ab sofort gilt: Wer sich an die wichtigen Regeln zum Spieler- und Jugendschutz hält, darf auch legal Sportwetten anbieten.

Die Regulierung des Marktes solle gewährleisten, den illegalen Wildwuchs auf dem Schwarzmarkt zu beenden, führte Beuth aus. Es sei nicht das Ziel, dass so viele Menschen wie möglich auf Sportereignisse setzten, sondern dass dies in einem staatlich regulierten Umfeld geschehe.

Strenge Lizenzbedingungen für Sportwetten-Anbieter

 

Die neuen Lizenznehmer müssen sich in das nationale Selbstausschlusssystem OASIS integrieren und ihre Wettmärkte vom Regionalrat genehmigen lassen. Die Online-Wettaktivitäten werden genau überwacht und es müssen strenge Überprüfungsverfahren eingeführt werden, um das Spielen von Minderjährigen zu verhindern.

 

Die Lizenznehmer müssen außerdem eine Genehmigung der Bezirksbehörden von Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen einholen, die für die Überwachung der Werbung gemäß dem dritten geänderten Staatsvertrag verantwortlich sind. Das monatliche Einsatzlimit von 1.000 Euro pro Sportwettenkunde und die jährliche Bonusobergrenze von 100 Euro sollen ebenfalls in Kraft bleiben.

Reaktionen aus der Branche 

Der Betreiberverband Deutscher Sportwettenverband (DSWV) begrüßte die Erteilung von Lizenzen als „historischen Tag“ für Deutschland. DSWV-Präsident Mathias Dahms kommentierte:

[…] Die regulierungswilligen Anbieter haben über 20 Jahre auf deutsche Sportwettenkonzessionen hingearbeitet. Heute haben alle Seiten gleichermaßen gewonnen: Die Verbraucher, die seriösen Anbieter und die Behörden haben endlich klare Rahmenbedingungen.

Die Sportwetten seien in Deutschland längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen, erklärte Dahms. 2019 seien Wetteinsätze von rund 9,3 Mrd. Euro getätigt worden. Jetzt gelte es, im konstruktiven Austausch zwischen Behörde und Anbietern die Lizenzbedingungen umsichtig auszugestalten.

 

Joachim Baca, CEO von Tipico, sagte, mit der Lizenz hätten die Unternehmen nun ein „klares Regelwerk“, das befolgt werden müsse. IBC Sportsbetting gab unterdessen bekannt, dass es seine Lizenz nutzen werde, um unter seiner Marke Wettarena die Expansion im Online- und Einzelhandel voranzutreiben.