, 27.03.2020

Der Gouverneur des US-Bundesstaates Washington, Jay Inslee, hat am Mittwoch einen Gesetzesentwurf unterzeichnet, der Sportwetten innerhalb des Staates erstmals legalisieren soll. Allerdings wird es allein den Casinos der Indianerstämme Washingtons vorbehalten sein, Sportwetten in ihr Angebot zu integrieren.

 

Auch dürfen aufgrund potenzieller Manipulationsversuche keine Wetten auf College Sports, die innerhalb Washingtons ausgetragen werden, angenommen werden.

 

Obwohl einige Politiker schon lange darauf drängten, nach dem Vorbild zahlreicher anderer US-Bundesstaaten Sportwetten zu legalisieren, gibt es jetzt harsche Kritik an dem aktuellen Gesetzesentwurf. Dieser sei nämlich insgesamt zu restriktiv.

Im US-Bundesstaat Washington gibt es heute 29 aktive Casinos, die von 22 verschiedenen Indianerstämmen betrieben werden. In den Casinos werden unter anderem Spielautomaten, Roulette, Blackjack, Poker, Bingo und elektronisches Lotto angeboten.

Die Washington Indian Gaming Association, welche die Indianercasinos repräsentiert, begrüßt die Entscheidung des Gouverneurs. Insbesondere im Hinblick auf die Corona-Krise könne der Bereich der Sportwetten dazu beitragen, dass sich die Branche schneller wieder erholt. Vorsitzende Rebecca Kaldor sagt:

Indianer-Gemeinden und Regierungen kämpfen derzeit mit den fürchterlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie. Während wir uns von dieser Krise erholen, wird dieser neue Bereich den Indianer-Behörden helfen, existenzielle Dienstleistungen zu finanzieren, welche die Mitglieder benötigen, um wieder auf die Beine zu kommen.

Andere Glückspielanbieter benachteiligt?

Indianercasinos sind jedoch nicht die einzigen regulierten Glücksspielanbieter in Washington. So gibt es eine große Anzahl kleinerer Casinos, der sogenannten kommerziellen Card-Room Casinos.

 

In diesen jedoch sollen Sportwetten auch weiterhin illegal bleiben. Dem Glücksspielanbieter Maverick Gaming, der 2019 insgesamt 19 der 44 Card-Room Casinos erworben hatte, scheint diese Einschränkung ein Dorn im Auge zu sein.

 

Wie die Zeitung „Columbian“ berichtet [Seite auf Englisch], habe unter anderem er gegen den Gesetzesentwurf gestimmt. Allein den Indianercasinos Sportwetten zu erlauben, gefährde die Zukunft der Card-Room Casinos immens.

 

Auch entgingen dem Staat weitere potenzielle Steuereinnahmen in Höhe von 50 Mio. USD jährlich. Geschäftsführer Eric Persson habe daher angekündigt, 30 Mio. USD in eine politische Kampagne gegen den aktuellen Entwurf zu investieren.

 

Das Ziel: auch Card-Room Casinos sollen das Recht haben, Sportwetten anzubieten, damit die Arbeitsplätze der 2.200 Angestellten von Maverick Gaming nachhaltig gesichert werden können.

 

Ob der Gesetzesentwurf dementsprechend verändert werden wird, bleibt vorerst abzuwarten.

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