, September 17, 2019

Die US-amerikanischen Indianer Casinos haben für das Geschäftsjahr 2018 Rekordeinnahmen für das Glücksspiel gemeldet. Wie der Jahresbericht der National Indian Gaming Commission (NIGC) zeigt, haben die 241 bundesweit anerkannten Stämme insgesamt Glücksspieleinnahmen von 33,72 Mrd. US-Dollar zu verzeichnen.

 

Positives Wachstum in allen Regionen

 

Laut Jahresbericht der National Indian Gaming Commission (NIGC) [Seite auf Englisch] konnte gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum von 4,1 Prozent verzeichnet werden. Im Jahr 2017 hatten die Indianer Casinos noch einen Umsatz von 32,4 Mrd. US-Dollar gemeldet. Damit sei der Umsatz für das Geschäftsjahr 2018 der höchste in der indianischen Spielgeschichte.

Die National Indian Gaming Commission (NIGC) wurde mit dem Indian Gaming Regulatory Act von 1988 geschaffen, der die Rechtsgrundlage für die Regulierung des indianischen Glücksspiels bereitstellt. Sein Ziel ist unter anderem der Schutz des Glücksspiels als Mittel zur Einnahmengenerierung für die Indianerstämme sowie deren wirtschaftlicher Entwicklung. Die NIGC überwacht die Regulierung von insgesamt 520 Glücksspieleinrichtungen, die von 247 Indianerstämmen in 29 Staaten betrieben werden.

Das positive Wachstum ist in allen Verwaltungsregionen der NIGC feststellbar. Das höchste Wachstum hat mit 8,2 Prozent die Region Portland mit den US-Bundesstaaten Alaska, Idaho, Oregon und Washington zu verzeichnen.

 

Die Region Sacramento mit den US-Bundesstaaten Kalifornien und Nord-Nevada, in der es 73 Indianer Casinos gibt, erzielte einen Umsatz von rund 9,28 Mrd. US-Dollar und damit ein Plus von 3,1 Prozent. Die zweitstärkste Region ist Washington mit den Bundesstaaten Alabama, Connecticut, Florida, Louisiana, Mississippi, North Carolina und New York, wo die Indianer Casinos einen Bruttoumsatz von 7,52 Mrd. US-Dollar erzielten.

 

Ein Umsatzplus von 4,6 Prozent erreichte die Region St. Paul mit den Bundesstaaten Indiana, Iowa, Michigan, Minnesota, Nebraska und Wisconsin, wo ein Umsatz von insgesamt 4,8 Mrd. US-Dollar zu verzeichnen war.

 

Die einzige Region, die im Jahr 2017 ein negatives Wachstum zu verzeichnen hatte, war Rapid City mit insgesamt 36 Casino-Standorten in Dakota, Montana und Wyoming. Im Jahr 2018 konnte auch hier ein Umsatzplus erreicht werden, das bei 1,5 Prozent lag.

 

NIGC-Kommissar E. Sequoyah Simermeyer sagte:

„Der jährliche Bruttoumsatz erzählt eine positive Geschichte über den wirtschaftlichen Erfolg des indianischen Glücksspiels und den anhalten Beitrag der Branche zu einer starken Wirtschaft.“

Rekordeinnahmen auch bei landbasierten Casinos

 

Die positive Entwicklung der Indianer Casinos stimmt mit der Entwicklung der Umsatzzahlen der US-amerikanischen, landbasierten Casinos überein. Für 2018 meldeten diese im Juni einen Rekord von 41,7 Mrd. US-Dollar.

 

Die American Gaming Association (AGA) gab in ihrem Jahresbericht ein Wachstum von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr an, das damit nur geringfügig hinter dem der Indianer Casinos lag.

 

Vorreiter hinsichtlich des Rekordumsatzes war der US-Bundesstaat Nevada mit 11,9 Mrd. US-Dollar und einem Wachstum von drei Prozent. Pennsylvania verzeichnete einen Umsatz von 3,25 Mrd. US-Dollar.

 

Das größte Wachstum wurde mit 65,7 Prozent in Massachusetts verzeichnet, wo im August des vergangenen Jahres das MGM Springfield eröffnete. Allein im ersten Monat nach seiner Eröffnung konnte das Casino 27 Mio. US-Dollar einnehmen.

 

MGM Springfield, Massachusetts, Casino

Das MGM Springfield klagt derzeit gegen die Errichtung eines Indianer Casinos in Connecticut. (Bild: Wikipedia/ CaribDigita, licensed under CC by 4.0)

Um seine Einnahmen aufrechterhalten zu können, geht der Casino-Betreiber MGM Resorts derzeit gegen zwei Indianerstämme vor, die in Connecticut ein Gemeinschaftscasino planen.

 

Die Stämme Mashantucket Pequot und Mohegan, die in Connecticut die Casinos Foxwoods und Mohegan Sun betreiben, haben sich 2017 unter dem Namen MMCT Venture zusammengeschlossen und wollen nahe der Grenze zu Massachusetts ein neues Indianer Casino eröffnen.

 

MGM Resorts versucht, gegen das Casino vorzugehen und reichte im August Klage beim US-Bezirksgericht in Washington, D.C. ein. Das Unternehmen wirft dem US-Innenministerium und dem Bureau of Indian Affairs vor, bei der Genehmigung des Indianer Casinos gegen Bundesvorschriften verstoßen zu haben. Stein des Anstoßes ist, dass es sich bei dem Land, auf dem das Casino entstehen soll, nicht um Stammesland handelt.

 

Mit den entstehenden Arbeitsplätzen würde das Casino-Projekt Arbeitsplätze vor Ort schaffen und die lokale Wirtschaft ankurbeln, allerdings fürchten landbasierte Casinos wie das MGM Springfield die Abwanderung von Spielern.

 

Eine Entscheidung dürfte sich angesichts der Tatsache, dass es sich um eine Klage gegen das Innenministerium handelt, auf einige Zeit hinziehen.