Sonntag, 22. Mai 2022

Streamerin Pokimane gibt Tipps gegen Spielsucht und kritisiert Glücksspiel-Streams

Streamerin Pokimane Streamerin Pokimane gibt einem spielsüchtigen Fan Tipps für den Weg aus der Sucht. [Bild: Pokimane auf Youtube]

Immer wieder ist die Streaming-Plattform Twitch in der Vergangenheit wegen Glücksspiel-Streams in die Kritik geraten. In einem Stream vom vergangenen Freitag wurde nun Pokimane, die als eine der weltweit bekanntesten Streamerinnen gilt, mit dem Thema konfrontiert. Im Chat erklärte einer ihrer Fans, beim Glücksspiel bereits mehr als 60.000 USD verloren zu haben.

Er sei durch die Glücksspiel-Streams von Trainwreck in eine Abwärtsspirale geraten. So gestand er:

„Ich habe, ehrlich gesagt, mehr als 60.000 [USD; Anm. d. Red.] verloren, weil ich Trainwreck leider in den Kaninchenbau gefolgt bin; und ich bin immer noch dabei.“

Tatsächlich, so der Fan weiter, sei er mittlerweile spielsüchtig. Pokimane reagierte auf das Geständnis mit der Frage, warum er überhaupt weiterspiele. Sie rate ihm, sich professionelle Hilfe zu suchen.

Diese Art von Sucht sei nicht allein zu bewältigen. Stattdessen sei es notwendig, die Spielsuchthilfe in Anspruch zu nehmen und sich Schritt für Schritt aus der Sucht zu lösen.

Sie empfahl ihm außerdem, gar keine Streams mehr zu sehen:

„Wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich wahrscheinlich aufhören, Streams anzuschauen, weil du dadurch vielleicht zu sehr dazu verleitet wirst, Glücksspiel-Streams anzusehen und dann selbst zu spielen.“

Forderungen nach Verbot von Glücksspiel-Inhalten

Auf der Social-Media-Plattform Reddit lösten der Stream und Pokimanes Ratschläge hitzige Diskussionen aus. Zielscheibe der Kritik wurde Streamer Trainwreck, aber auch die Plattform Twitch.

Einige Reddit-User zweifelten beispielsweise an Trainwrecks Erklärungen, er habe beim Glücksspiel massive Verluste gemacht und vermuteten, diese würden ihm von den Glücksspiel-Anbietern erstattet.

Der Streamer Trainwreck erklärte im Juni des vergangenen Jahres, 2 Mio. USD beim Glücksspiel verloren zu haben und löste damit Forderungen nach einem Verbot von Glücksspiel-Streams auf Twitch aus. Im August reagierte die Plattform auf die Kritik und teilte den Nutzern mit, dass sie aus ihren Streams „Links und Empfehlungscodes zu Seiten, welche Spielautomaten, Roulettes oder Würfelspiele beinhalten“ entfernen müssen. Damit verbot Twitch zwar keine Glücksspiel-Streams, schränkte aber die Möglichkeit, mit ihnen Geld zu verdienen, massiv ein.

Twitch dagegen wurde dafür kritisiert, dass die Nutzung der Plattform bereits für 13-Jährige erlaubt sei, diese dann aber Inhalten ausgesetzt würden, die für Minderjährige nicht geeignet seien.

Ob Streamer Trainwreck oder Twitch sich zu der jüngsten Kritik äußern werden, bleibt abzuwarten.