, 05.08.2021

Die britische Glücksspiel-Aufsicht (UKGC) hat heute die Ergebnisse einer Studie zum Thema Glücksspiel unter Minderjährigen und jungen Erwachsenen veröffentlicht [Seite auf Englisch]. Die Untersuchung sollte zeigen, welche Faktoren und Ereignisse in der Kindheit dazu führen könnten, dass sich im Erwachsenenalter problematisches Spielverhalten herausbildet. Die Ergebnisse seien zum Teil überraschend.

 

Glücksspiel-Konfrontation in der Kindheit grundsätzlich kein Faktor

In Phase I der Studie hätten insgesamt 30 Personen im Alter zwischen 16 und 30 Jahren die Chance erhalten, innerhalb eines Zeitraumes von 10 Tagen ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Glücksspiel in einer geschlossenen Online-Community zu schildern.

 

Phase II hingegen habe aus einer repräsentativen Online-Umfrage bestanden, an der 962 Personen zwischen 16 und 25 Jahren teilgenommen hätten. In beiden Gruppen habe sich gezeigt, dass die reine Konfrontation mit Glücksspiel-Produkten in der Kindheit grundsätzlich keinen Einfluss auf das spätere Spielverhalten habe.

 

Allerdings könnten „extreme Glücksspiel-Erlebnisse“, zum Beispiel das Beobachten hoher Gewinne oder hoher Verluste im persönlichen Umfeld, zu einem problematischen Verhältnis mit Glücksspielen führen. Im Ergebnisbericht heißt es:

Letzten Endes passt sich das Glücksspiel-Verhalten mit der Zeit an die fortwährenden persönlichen und Gruppen-Erfahrungen an. Die Erfahrung von Gewinnen führt typischerweise dazu, dass Spieler mit größerer Wahrscheinlichkeit weiterspielen. Die Erfahrung von Verlusten hat meistens zur Folge, dass die allgemeine Spielhäufigkeit oder Einsatzhöhe reduziert wird.

Ein weiterer Einflussfaktor sei den Ergebnissen zufolge die persönliche Haltung der Eltern zum Glücksspiel. Kinder aus Familien, in denen das Glücksspiel als etwas sehr Negatives dargestellt und/oder verboten worden sei, seien als Erwachsene deutlich häufiger von problematischem Glücksspiel betroffen.

 

Besonders stark beeinflusst gefühlt hätten sich die Befragten, wenn ihre Eltern deutlich mehr gespielt hätten als andere Personen und wenn sie ihre eigenen Kinder mit Erreichen der Volljährigkeit zur Teilnahme am Glücksspiel ermutigt hätten.

 

Einen ähnlichen Einfluss hätten neben Familienangehörigen auch Freunde, die ihrerseits problematisches Spielverhalten aufzeigten oder sich gegenseitig zum Glücksspiel ermutigten.

 

Neue Lehren für die Spielsucht-Bekämpfung?

Laut der UKGC könnten diese neuesten Erkenntnisse sowohl bei der allgemeinen Spielsucht-Prävention als auch bei der anstehenden Glücksspiel-Reform berücksichtigt werden. Geschäftsführer Tim Miller kommentiert:

Diese Studie ist ein wichtiger Teil unseres fortlaufenden, großflächigen Forschungs-Programms über Glücksspiel-Verhalten und die neuesten Trends in Großbritannien. Verbraucherschutz-Maßnahmen sollten evidenzbasiert sein und unsere heute veröffentlichten Forschungsergebnisse geben wichtige Einblicke in Möglichkeiten, wie Kinder und junge Menschen vor Glücksspiel-Schäden geschützt werden können.

Ein wichtiger Ansatz sei es, Eltern über ihren unbeabsichtigten Einfluss auf das spätere Spielverhalten ihrer Kinder aufzuklären. So sollten Eltern das Thema Glücksspiel mit ihren Kindern sachlich statt emotional besprechen, sowohl im negativen als auch positiven Kontext.

 

Kinder hingegen sollten frühzeitig lernen zu erkennen, woran normales bzw. problematisches Spielverhalten erkennbar sei.

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