, 05.08.2020

Der britische Think-Tank Social Market Foundation (SMF) hat sich in einem heute veröffentlichten Bericht für eine stärkere Kontrolle von Glücksspielverlusten in Online-Casinos ausgesprochen. Laut dem Expertengremium solle für Verbraucher eine monatliche Einzahlungsgrenze von 100 GBP (ca. 110 Euro) bei Online-Glücksspielanbietern gelten.

 

Das Limit diene dem Schutz der Konsumenten vor hohen Verlusten und der Unterschreitung der Armutsgrenze in Haushalten mit niedrigem Einkommen, so die Gruppe.

 

Was rät die SMF dem Gesetzgeber?

 

Die Vorschläge der SMF [Link auf Englisch] sind Teil eines Berichts zu Kontrolle und Reform des britischen Glücksspielgesetzes, welches zuletzt im Jahre 2005 aktualisiert wurde. Politiker und Spielerschützer fordern derzeit eine Neuregelung des 2005 Gambling Act, welche insbesondere eine effektivere Aufsicht von Online-Casinos und Sportwettenangeboten ermöglichen und Glücksspieler im Internet besser schützen soll.

 

Der Vorschlag einer Verlustobergrenze in Höhe von 100 GBP werde von der SMF in diesem Zusammenhang als „sozial akzeptabel“ angesehen:

„Auf der Grundlage der Analyse dieser Daten empfehlen die Autoren die Einführung eines „weichen“ Limits von 100 GBP pro Monat für Einzahlungen. Diese Obergrenze reflektiert die Realität dessen, was Spieler bereits ausgeben, und entspricht einem „sozial akzeptablen“ Grenzwert für Freizeitausgaben.“

Sollten Spieler das Limit überschreiten wollen, seien Nachweise über ausreichende finanzielle Mittel bei einer vorgeschlagenen Ombudsstelle einzureichen, so die Idee der SMF.

 

Kommen die Einsatzbeschränkungen für Online-Spielautomaten?

 

Neben einem monatlichen Einzahlungslimit schlägt die SMF auch eine Reduzierung von Einsätzen an Online-Spielautomaten vor. Diese dürften sich nur noch zwischen 1 GBP und 5 GBP bewegen.

An landbasierten Spielautomaten (sogenannten „Fixed-Odds-Betting-Terminals“) hat der Gesetzgeber die Einsätze pro Spielrunde bereits reduziert. So dürfen an Fixed-Odds-Betting-Terminals seit April 2019 nur noch 2 GBP pro Drehung eingesetzt werden.

Zudem sei eine Überarbeitung der Steuergesetze für Glücksspielunternehmen notwendig. Diese solle sicherstellen, dass Anbieter eine feste Präsenz in Großbritannien behielten.

 

Zu hinterfragen sei auch die gegenwärtige regulatorische Dreiteilung aus Glücksspielaufsicht (UK Gambling Commission), der Fachstelle des Advisory Board for Safer Gambling und den Spielerschützern von GambleAware. Laut SMF sollten sie von einem neuen Behörden-Quartett aus Lizenzgeber, Glücksspiel-Ombudsmann, einer Forschungsstelle für Glücksspielsucht und einer neuen Werbeaufsicht ersetzt werden.

 

Welche Vorschläge der SMF tatsächlich realisiert werden könnten, muss letztlich jedoch die britische Politik entscheiden.