, 11.06.2020

Die Tiroler Polizei ist am Dienstag mit Großrazzien gegen einen illegalen Glücksspielring vorgegangen. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, seien bei neun Hausdurchsuchungen in Innsbruck, Jenbach und in Innsbruck-Land sieben Personen in Gewahrsam genommen worden.

 

Bei den Maßnahmen, an denen 91 Polizei- und Sondereinsatzkräfte beteiligt gewesen seien, hätten die Behörden neben 230.000 Euro in Bargeld auch 1.000 Silber- und Goldmünzen sowie 80 Gramm Kokain und mehrere Luxuswagen sichergestellt.

 

Hauptgeschäft des Rings sei die Veranstaltung illegaler Pokerabende gewesen, bei denen Spieler auch mit Drogen und Prostituierten versorgt worden seien.

 

Der Höhepunkt mehrmonatiger Ermittlungen

 

Für die Ermittler der Finanzpolizei und des Landeskriminalamtes waren die Durchsuchungen der Höhepunkt einer mehrmonatigen Ermittlung. Bereits im Frühling 2019 sei der illegale Glücksspielring in den Fokus der Behörden geraten.

In Tirol ist das illegale Automatenglücksspiel bereits seit Jahren virulent. Allein im Jahre 2017 habe sich die Zahl der illegalen Spielgeräte in der Region auf bis zu 500 belaufen, berichtet das Newsportal Meinbezirk.at. Aufgrund stärkeren Verfolgungsdrucks sei die Anzahl der verbotenen Spielautomaten im vergangenen Jahr allerdings auf 109 zurückgegangen.

Die Beamten hatten in der Szene ermittelt und hatten dabei Hinweise auf verbotene Pokerrunden in einer Innsbrucker Wohnung gefunden. Auch hätten sich Hinweise auf Kokaingeschäfte gemehrt. Im Zuge einer Telefonüberwachung habe sich bestätigt, dass in der Wohnung seit Sommer 2018 regelmäßig Pokerpartien stattgefunden hätten. Nicht selten sei es dabei um fünfstellige Beträge gegangen.

 

An einer standesgemäßen Bewirtung habe es den zumeist wohlbetuchten Gästen in der Wohnung nicht gefehlt. Für die authentische Casino-Atmosphäre hätten ein Karten-Dealer und eine Kellnerin gesorgt, so LKA-Leiterin Katja Tersch:

„Dabei wurden den Spielern auch Kokain und Prostituierte zur Verfügung gestellt (…). Wir konnten bislang etwa 50 Spieler unterschiedlicher Herkunft ausforschen. Die meisten haben einen guten finanziellen Hintergrund.“

Die Vernehmungen der festgenommenen Verdächtigen sei am Mittwoch fortgesetzt worden. Sollten die Organisatoren als kriminelle Vereinigung eingestuft werden, drohten den Beteiligten bis zu 15 Jahre Haft, so Staatsanwaltschaftssprecher Hansjörg Mayr.

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