, 06.09.2018

Heute beginnt erstmals die UEFA Nations League und Deutschland steht beim Auftaktspiel gegen Frankreich auf dem Platz. Die Erwartungen sind hoch und das deutsche Team muss nun ihr Können unter Beweis stellen.

 

Von Wiedergutmachung und Neubeginn

Jetzt wird es endlich ernst fürs deutsche Team. Die letzten zwei Monate wurde das frühe WM-Aus Deutschlands auseinandergepflückt, kommentiert und entschuldigt. Jetzt ist Schluss mit Worten, denn jetzt wird gespielt.

 

Heute Abend steht die deutsche Nationalmannschaft beim Auftaktspiel der UEFA Nations League wieder auf dem Platz und kann den erwartungsvollen Fans endlich wieder zeigen, was deutscher Profi-Fußball ist. So zumindest der Plan.

 

Bundestrainer Joachim Löw bei Pressekonferenz am Mittwoch

Bundestrainer Löw bei der Pressekonferenz am Mittwoch (Bildquelle: ZDF)

Das Stichwort dabei ist „Wiedergutmachung“. Bundestrainer Joachim Löw (58) sprach in einer erneuten Pressekonferenz davon, dass die Mannschaft wisse, einiges wieder gutmachen zu müssen. Dies spüre man deutlich beim Training.

 

Auch Mittelfeldspieler Kroos (28) erklärte in Bezug auf das Scheitern bei der WM, die Spieler hätten das „Bedürfnis, das wieder geradezurücken“ und „sich positiver zu präsentieren“.

 

Gegner am heutigen Abend ist Weltmeister Frankreich, doch weder Löw, noch die Spieler zeigen sich derzeit eingeschüchtert. Der Trainer äußerte sich im Interview sehr positiv über Stammspieler wie Boateng (30), Hummels (29) und Müller (28) und betonte, wie wichtig Erfahrung sei.

 

Derzeit sieht die Mannschaftsaufstellung wahrscheinlich so aus: Neuer im Tor, Kimmich, Boateng, Hummels und Schulz in der Abwehr, Kroos, Gündoğan und Draxler im Mittelfeld, Reus, Müller und Werner im Sturm. Aber auch Goretzka und Brandt werden auf der offiziellen UEFA Nations League Website als mögliche Spieler genannt.

 

Jogi Löw und seine Jungs zuversichtlich

Im Hinblick auf den befürchteten großen Umbruch im Nationalteam war der Verbleib einiger Spieler zeitweise unklar, doch Löw steht jetzt klar hinter seiner Entscheidung, nur kleinere personelle Veränderungen in der Mannschaft veranlasst zu haben.

 

Auch rein strategisch scheint sich nicht allzu viel geändert zu haben. Löw kommentierte vor der Presse auch den Ballbesitzfußball, der laut seiner kürzlichen WM-Analyse bei der Weltmeisterschaft eines der Hauptprobleme gewesen sein soll:

Wir werden den Ballbesitzfußball nicht aufgeben. Wir haben damit auch Freude bei unseren Fans gesorgt. Aber wir müssen weiter daran arbeiten. Die Gegner werden weiter tief stehen. Gegen starke Mannschaften brauchen wir eine gewisse Veränderung. Da brauchen wir nicht 70 Prozent Ballbesitz. In den K.o.-Spielen müssen wir ein höheres Augenmerk auf die Defensive legen.

Bei Mittelfeldspieler Julian Draxler (24) waren diesbezüglich zwar leise Zweifel herauszuhören, doch auch er zeigte sich insgesamt zuversichtlich:

Wir spielen aus unserem System und setzen auf Passspiel. Der Fußball entwickelt sich aber immer mehr dahin, dass alle Mannschaften gut verteidigen können und man Leute braucht, die mit Dribblings Platz für die anderen schaffen. Da hat Frankreich gegenüber uns die Nase vorn. Diese Lücke wollen wir wieder schließen.

Die größte Veränderung, der größte „Neustart“, wie Löw es formulierte, liegt in der Einstellung der Spieler, in deren Glauben an sich selbst und im Zusammenhalt der Mannschaft. Laut Löw habe bei der WM vor allem eines gefehlt: das Feuer.

 

Der Trainer sagte, er sei überzeugt, dass man dieses Feuer in den folgenden Spielen wieder sehen werden könne und dass „die Mannschaft den Willen hat, sich reinzuhauen.“

 

So wird die UEFA Nations League ausgetragen

Die UEFA Nations League findet in diesem Jahr zum ersten Mal statt und bringt die Nationalmannschaften aller 55 UEFA Mitglieder im Wettbewerb zusammen. Die brandneue Turnierserie soll alle zwei Jahre, jeweils zwischen Weltmeisterschaft und Europameisterschaft ausgetragen werden.

 

Die 55 teilnehmenden Teams wurden auf die Ligen A, B, C und D aufgeteilt. Wer dabei welcher Liga zugeteilt wurde, entschied die UEFA anhand der Koeffizienten der Teams. Die Ligen sind dabei unterschiedlich groß mit jeweils 12 Teams in Liga A und B, 15 in Liga C und 16 in Liga D.

 

Ligen und Gruppen der UEFA Nations League 2018/19

Liga A:

Gruppe 1: Deutschland, Frankreich, Niederlande

Gruppe 2: Belgien, Schweiz, Island

Gruppe 3: Portugal, Italien, Polen

Gruppe 4: Spanien, England, Kroatien

Liga B:

Gruppe 1: Slowakei, Ukraine, Tschechien

Gruppe 2: Russland, Schweden, Türkei

Gruppe 3: Österreich, Bosnien-Herzegowina, Nordirland

Gruppe 4: Wales, Irland, Dänemark

Liga C:

 

Gruppe 1: Schottland, Albanien, Israel

Gruppe 2: Ungarn, Griechenland, Finnland, Estland

Gruppe 3: Slowenien, Norwegen, Bulgarien, Zypern

Gruppe 4: Rumänien, Serbien, Montenegro, Litauen

Liga D:

Gruppe 1: Georgien, Lettland, Kasachstan, Andorra

Gruppe 2: Weißrussland, Luxemburg, Moldau, San Marino

Gruppe 3: Aserbaidschan, Färöer-Inseln, Malta, Kosovo

Gruppe 4: Mazedonien, Armenien, Liechtenstein, Gibraltar

 

Innerhalb der Ligen gibt es jeweils drei bis vier Gruppen, bestehend aus drei bis vier Mannschaften. Diese wurden per Losverfahren zusammengestellt.

 

Der Pokal der UEFA Nations League

Der Pokal der UEFA Nations League (Bildquelle: Eurosport)

Es findet immer ein Heim- und ein Rückspiel statt. Die Gruppenphase wird im November beendet sein und Teams innerhalb der Ligen auf- oder absteigen. Die vier Gruppensieger der Liga A werden schließlich zwischen dem 5. und 9. Juni im „Final Four“ um den Nations League Titel spielen.

 

Im Rahmen der UEFA Nations League werden auch vier Teilnahme-Tickets für die EM 2020 vergeben. Um die Plätze spielen die Teams in speziellen Qualifikationsspielen im März.

 

Hier treten die vier besten Teams der vier Ligen innerhalb ihrer Liga gegeneinander an. Somit geht jeweils ein Ticket an den Sieger von Liga A, B, C und D. Da zu der Zeit bereits 20 der teilnehmenden Teams für die EM qualifiziert sein werden, rücken die jeweils nächstbesten in den Play-offs an deren Stelle.