, 18.03.2021

Die Redaktion von Casinoonline.de News war bei dem in dieser Woche durchgeführten Symposium Glücksspiel live dabei, als auch das Thema Spielsucht intensiv diskutiert wurde. Dabei wurden von den Referenten Daten und Auslöser für das problematische Spiel vorgestellt.

 

Eingangs präsentierte Dr. Hans‐Jürgen Rumpf von der Universität Lübeck empirische Studien. Ein vielfach belegtes Ergebnis sei, dass Glücksspiel-bedingte Störungen bei Jugendlichen im Durchschnitt sehr viel häufiger aufträten als bei Erwachsenen.

 

Problem: Große Verfügbarkeit von Online-Spielen

Die durch den Glücksspielstaatsvertrag ermöglichte größere Verfügbarkeit des Online-Glücksspiels sorge dafür, dass die Anfälligkeit der Betroffenen massiv zunähme. Zur Förderung des Spielerschutzes sei jedoch eine gegensätzliche Strategie erforderlich.

 

Dr. Rumpf zitierte dazu den Suchtforscher Gerhard Meyer:

Die wenigen, teilweise inkonsistenten Befunde belegen für die Zeit nach der Angebotsreduktion einen Rückgang der Spielteilnahme, Anzahl der Häufigspieler, der Behandlungsnachfrage und der Anzahl der Problemspieler.

Als Beispiel führt Dr. Rumpf diverse Studien aus dem In- und Ausland auf. So habe in Spanien die Öffnung des legalen Glücksspielmarktes bei Jugendlichen im Online-Bereich zu einem massiven Anstieg der Nutzung geführt.

 

Insgesamt hätten 22 von 31 Studien zum Thema ein erhöhtes Suchtpotenzial durch das Online-Spiel gezeigt. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sei das Ergebnis noch eindeutiger. Hier kämen neun von elf Untersuchungen zu dem Schluss, dass das Online-Glücksspiel die Spieler gefährde.

Die Rolle der Lootboxen
Mit ihrer integrierten Belohnungs- und Zufallsfunktion erinnerten Lootboxen an Glücksspiel, so Dr. Rumpf. Zudem sei ihr Risikopotenzial belegt. Problemspieler gäben im Vergleich zu ungefährdeten Spielern ein Vielfaches für Lootboxen aus. Es gebe bisher allerdings kaum empirisch belegte Anhaltspunkte dafür, dass Lootboxen tatsächlich als Einfallstor für das Glücksspiel dienten.

Wie wird ein Spieler zum Problemspieler?

In einem weiteren Vortrag ging Prof. Dr. Gerhard Bühringer, Suchtforscher an der TU Dresden, auf die Gründe ein, die Spielsüchtige von Menschen, die lebenslang ohne Probleme spielen, unterscheiden. Als Ursache machte der Wissenschaftler sowohl biologische als auch soziale Faktoren verantwortlich.

 

Mann Kind Strand

Familie ist ein entscheidender Faktor (Bild: Pixabay)

Neben der genetischen Veranlagung spielten Erziehung und Elternhaus sowie das soziale Umfeld eine wichtige Rolle bei der Frage, ob aus einem Spieler ein Problemspieler werde. Bei den soziodemografischen Einflüssen sei hervorzuheben, dass diese sowohl negativ als auch positiv auf Spieler einwirkten.

 

Dabei sei es die frühkindliche Erziehung, die oftmals den Ausschlag gebe. Personen, die in einem geschützten, aufgeklärten Umfeld aufwüchsen, seien weitaus weniger anfällig als Spieler, die mit weniger guten Startchancen ausgestattet seien.

 

Darüber hinaus sei bei Heranwachsenden in der Pubertät eine gesteigerte Anfälligkeit festzustellen. Gerade bei ihnen vergrößere das überall und jederzeit verfügbare Online-Glücksspiel das Risiko für die Entwicklung von Glücksspiel-bedingten Störungen.

 

Dass diese behandelbar seien, hatte zuvor Dr. Rumpf erklärt. Dem Suchtexperten zufolge seien 80 % der Betroffenen Selbstaussteiger, die teilweise mit Unterstützung durch Beratung und Therapie aus der Sucht herausfänden. Eine Förderung dieser Institutionen sei äußerst wichtig, um den negativen Folgen des Glücksspiels zu begegnen.

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