Sonntag, 22. Mai 2022

US-Buchmacher beenden Sport­wetten-Angebote in Russland

Eishockey-Spieler Auch Eishockey aus Russland flog aus dem Wettangebot (Bild: Pixabay)

Der russische Angriff auf die Ukraine hat auch auf die Glücksspielbranche immer stärkere Auswirkungen. Ende vergangener Woche haben Buchmacher aus den USA bekanntgegeben, ihre Sportwetten-Angebote für in Russland und dem verbündeten Belarus stattfindende Wettkämpfe zu beenden.

Der Schritt betrifft sowohl terrestrische als auch Online-Angebote in den USA. So erklärte DraftKings am Freitag, ab sofort keine Wetten für die Kontinental Hockey League mehr anzunehmen. Die Liga ist die höchste Eishockey Spielklasse Russlands, in der neben Teams aus Russland und Belarus auch Mannschaften aus asiatischen Staaten teilnehmen.

DraftKings erklärte in einem Statement:

Ab heute werden wir keine Wetten mehr auf Sportligen und Veranstaltungen in Russland und Weißrussland, wie zum Beispiel die KHL, anbieten.

Neben den Wettangeboten würden auch sämtliche B2B-Aktivitäten in den beiden Ländern umgehend eingestellt. Zugleich betonte der Buchmacher, dass das Unternehmen keinerlei geschäftliche Beziehungen zu weiteren russischen und belarussischen Sportorganisationen oder Teams unterhalte.

Auch Caesars und FanDuel stellen Russland-Geschäft ein

Caesars Entertainment verkündete ebenfalls, ab sofort keine Wetten auf russischen Fußball, Eishockey, Volleyball und Tischtennis mehr anzunehmen. Ähnlich reagierte FanDuel, das auch aus dem russischen Markt ausgestiegen ist.

Buchmacher aus terrestrischen Casinos schlossen sich den großen Online-Betreibern an. Der Betreiber des Westgate Las Vegas betonte, dass der Ausschluss dem Unternehmen leichtgefallen sei. Man habe nur niedrige Umsätze mit russischem Sport erzielt.

Die von den Sportwetten-Anbietern eingeleiteten Sanktionen dürften sich nicht allzu sehr auf ihre wirtschaftliche Situation auswirken. Die Buchmacher verzeichnen eigenen Angaben zufolge lediglich mit Eishockey und Fußball nennenswerte Wettumsätze in ein- bis zweistelliger Millionenhöhe.

Neben den US-Buchmachern haben auch Wett-Konzerne aus anderen Staaten ihren Rückzug aus Russland und Belarus erklärt. So gab Flutter Entertainment bekannt, seine Aktivitäten in den beiden Staaten einzustellen.

Flutter erwarte, dass seine Umsätze dort in Kürze auf Null fallen dürften. Im vergangenen Jahr habe der irische Buchmacher in Russland Einnahmen in Höhe von 41 Mio. GBP (50 Mio. Euro) zu verzeichnen gehabt.

Die Entscheidung der Sportwetten-Anbieter ist ein weiterer Rückschlag für den russischen Sport. Vor einigen Tagen hatten bereits die Fußballverbände FIFA und UEFA den Ausschluss Russlands verkündet.

Auch die Formel 1 beendete ihre Zusammenarbeit mit russischen Firmen und gab das Aus für den Grand Prix in Russland bekannt. Ob und wann die Sanktionen beendet werden, ist derzeit nicht bekannt.