Samstag, 03. Dezember 2022

Britischer Kurzfilm über Spielsucht unter Jugendlichen ethnischer Minderheiten

Schüler auf Bühne

Die britische Spielerschutz-Organisation YGAM hat in dieser Woche ein neues Kurz-Drama zum Thema Spielsucht unter Jugendlichen ethnischer Minderheiten vorgestellt. Zur Prämiere von „Do It For Her“ [zu Deutsch: Mach es für sie] seien zahlreiche junge Menschen, Lehrer, sowie Führungskräfte lokaler und religiöser Gemeinschaften erschienen, berichtete die YGAM am Donnerstag [Seite auf Englisch].

Der Kurzfilm sei Teil des von der YGAM, TalkGEN und Red Card Gambling Support CIC gemeinsam aufgestellten Projektes zur Prävention von Glücksspiel-Schäden in Gemeinschaften ethnischer Minderheiten. In „Do it for her“ werde die Geschichte eines in Großbritannien lebenden jungen muslimischen Mannes erzählt, der unter Spielsucht leide.

Ziel der Produktion sei es, die Menschen auf die hohe Spielsuchtrate innerhalb von Gemeinschaften ethnischer Minderheiten aufmerksam zu machen.

In den letzten Jahren wurden in Großbritannien mehrere sogenannte „BAME-Studien“ in Bezug auf Spielsucht veröffentlicht. BAME steht dabei für „Black, Asian and minority ethnic“ [schwarz, asiatisch und ethnische Minderheit] und bezeichnet laut DiversityUK rund 13,8 Millionen Menschen in Großbritannien.

Laut einer Studie von YouGov aus dem Jahr 2020 wiesen rund 25 % der regelmäßigen Glücksspieler der BAME-Gruppe problematisches Spielverhalten auf. In der Nicht-BAME-Vergleichsgruppe seien es lediglich 12 % gewesen.

Eine 2019 veröffentlichte Studie von Clearview Research hat darüber hinaus ergeben, dass das Thema Glücksspiel und Spielsucht innerhalb von BAME-Gemeinschaften mit deutlich mehr Stigma behaftet sei als in der Nicht-BAME-Gesellschaft. In der Folge wüssten rund 95 % der BAME-Glücksspieler nicht, an wen sie sich in Bezug auf problematisches Glücksspiel wenden könnten.

Der Film habe die Anwesenden zutiefst bewegt, berichtet die YGAM. Er zeige in sehr realistischer Weise, wie das Leben für Spielsüchtige ethnischer Minderheiten in Großbritannien aussehe. Um dies zu realisieren, sei die Geschichte ausschließlich von Menschen geschrieben, gespielt und gefilmt worden, die persönliche Erfahrung mit Spielsucht hätten.

Ab sofort solle der Film zum Standard-Material gehören, welches die YGAM und ihre Partner bei Workshops mit Jugendlichen im ganzen Land zum Einsatz brächten. In Kürze solle der Film auch für die Allgemeinheit online gestellt werden.

Der erste Film seiner Art

Die Prämiere sei insgesamt ein voller Erfolg gewesen, erklärten die Initiatoren. Chris Gilham, der Leiter von TalkGEN, kommentiert:

Do It For Her auf der großen Leinwand zu sehen und die Reaktionen der Zuschauer zu beobachten, war für mich eine erneute Bestätigung, dass dieser Film wirklich nötig war. Diese Art von Film wurde noch nie zuvor produziert. Die Gespräche, die ich bei der Prämiere geführt habe, haben deutlich gemacht, dass der Film zum Denken anregt und sehr eindringlich ist.

Tony Kelly, ehemaliger Profi-Fußballer und CEO von Red Card Gambling Support CIC, fügt hinzu, dass der Film eine wichtige Ressource werden könnte, um das Glücksspiel-Problem in BAME-Gemeinschaften zu bekämpfen. Das größte Problem innerhalb vieler ethnischer Minderheiten sei das Stigma rund um Spielsucht und genau da setze der Film an.