Sonntag, 02. Oktober 2022

Oasis-Sperrdatei: 22.400 Spieler neu registriert

Logo Oasis-Sperrdatei Die Oasis-Sperrdatei wurde seit Sommer 2021 rege genutzt (Bild: Uni Hohenheim)

Mit Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrages im vergangenen Juli erhielt das Glücksspiel in Deutschland einen neuen rechtlichen Rahmen. Zudem wurden die Systeme für einen besseren Spielerschutz neu strukturiert. Dazu zählt auch die zentrale Sperrdatei Oasis, in der Spieler ihren Zugang zum terrestrischen und Online-Glücksspiel blockieren lassen können. Nach Auskunft des federführenden Regierungspräsidiums Darmstadt nutzten bis zum 21. Dezember 22.435 Personen diese Möglichkeit, um vom Glücksspiel Abstand zu nehmen.

Bereits im Jahr 2020 wurde Oasis von Betroffenen rege genutzt. Dem Jahresreport der Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder zufolge waren dort Ende Dezember 47.000 Personen registriert. Seit Juli 2021 ist die Sperrdatei einheitlich und spielformübergreifend organisiert, sodass sich die Spieler nicht mehr bei jedem Anbieter gesondert sperren lassen müssen. Die Dauer der Sperre liegt bei einem Jahr, solange die Spieler keinen eigenen, mindestens drei Monate währenden Zeitraum, festlegen.

Für die Betroffenen ist der Oasis-Eintrag gleichbedeutend mit einer Sperre für den Besuch aller Spielbanken, Spielhallen oder Wettbüros sowie von deren Online-Pendants. Anbieter müssen die Daten der Spieler vor jedem Besuch mit der Sperrdatei abgleichen, ehe sie ihnen Zugang gewähren dürfen.

Auch Limitdatei stark nachgefragt

Neben den Einträgen im Oasis-Sperrregister nahm auch die Nutzung der neuen Limitdatei für das Online-Glücksspiel zu. Wie das für die Datei zuständige Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt erklärte, seien zum 8. Dezember 2021 insgesamt 116.078 Spieler in ihr registriert gewesen.

Aktuell gebe es elf Anbieter, bei denen Spieler ein Einsatzlimit von höchstens 1.000 Euro hinterlegen könnten. Obwohl weitere Unternehmen folgen sollen, wird die Effizienz der Limitdatei in Bezug auf den Spielerschutz kritisch hinterfragt.

So berichtete Ilona Füchtenschnieder, Vorsitzende des Fachverbands Glücksspielsucht, der Deutschen Presseagentur dpa von ihrer praktischen Erfahrung:

Ein Mann hat etwa von März bis Oktober 36.000 Euro verspielt, erlaubt gewesen wären 8.000 Euro. Bei einem anderen waren es 14.000 Euro in drei Monaten.

Die Online-Anbieter hätten nicht geprüft, ob den Spielern überhaupt genug Geld für ihr Glücksspiel zur Verfügung stehe, bemängelte die Spielerschutz-Expertin. Sie forderte deshalb eine bessere Kontrolle.

Hinzu kommt, dass sich der Bedarf an Spielersperre und Limitdatei künftig erhöhen könnte. Grund dafür ist die zu erwartende Zunahme des legalen Angebotes beim Online-Glücksspiel.

So hat die Glücksspielbehörde bisher noch keine Lizenzen für Online-Automatenspiele und -Poker vergeben. Nach ihrer Auskunft haben bis Mitte Dezember jedoch 49 Unternehmen eine Genehmigung für Online-Slots und sieben weitere Anbieter eine für Online-Poker beantragt. Parallel zu den nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens auf den Markt kommenden lizenzierten Anbietern könnte die Nachfrage nach den Sperr- und Limitdateien somit weiter wachsen.