, 05.08.2021

Zu Beginn der Woche ist das bundesweite Spielersperrsystem OASIS aktiviert worden. Somit können Glücksspielunternehmen nun den Anschluss an das zentrale, spielformübergreifende System beim Regierungspräsidium (RP) Darmstadt beantragen. Die Behörde meldete am Mittwoch in einer Pressemitteilung, dass davon seitens der Anbieter reger Gebrauch gemacht werde.

 

Demnach seien seit Montag schon über 3.000 Anträge in Darmstadt eingegangen. Das RP zeigte sich mit den Abläufen bei Annahme der Anträge zufrieden.

 

Das OASIS-System laufe stabil und das Team arbeite mit Hochdruck an der Bearbeitung der eingereichten Anträge. Auf diese Weise sei es bereits am Dienstag gelungen, erste Verträge auszustellen und damit die ersten Glücksspielanbieter an das Sperrsystem anzuschließen.

 

Regierungsvizepräsident Dr. Stefan Fuhrmann erklärte dazu:

Damit können die einzelnen Betriebstätten der Veranstalter zeitnah an OASIS angeschlossen werden, so dass dem Spielerschutz in Deutschland künftig noch besser Rechnung getragen werden kann.

Ein Grund für die reibungslose Einführung könnte sein, dass das OASIS-System bereits seit einigen Jahren bei Spielhallen in Hessen und Rheinland-Pfalz eingesetzt wird. Dies dürfte dem RP Darmstadt die Möglichkeit gegeben haben, die Bearbeitungsprozesse zu optimieren.

 

Anbieter äußern sich größtenteils zufrieden

Zum OASIS-Start hat das Forum der Automatenunternehmer eine Umfrage unter Glücksspielanbietern gestartet. Bei dem Stimmungsbild zeigte sich nach Auskunft des Branchenmagazins games & business, dass der Großteil der Teilnehmer zufrieden mit dem Ablauf des Anmeldeprozesses sei.

Beim OASIS-System können Spieler mit problematischem Glücksspielverhalten auf eigenen Wunsch oder per Fremdantrag plattformübergreifend in Deutschland für das lizenzierte terrestrische und Online-Glücksspiel gesperrt werden. Voraussetzung ist ein Abgleich des Spielers mit der Sperrdatei bei Betreten einer Spielhalle oder eines Wettbüros, bzw. bei Anmeldung bei einem Online-Casino oder -Buchmacher.

Der mit bisher 48 Teilnehmern recht kleinen Erhebung zufolge hätten 90 % einen Antrag gestellt. Darunter stellten Spielhallen mit knapp 50 % den größten Anteil. Über zwei Drittel hätten angegeben, bei der Anmeldung auf keine größeren Probleme gestoßen zu sein. Ein knappes Drittel habe jedoch von technischen Schwierigkeiten berichtet.

 

Auch hätten einige Unternehmen juristische Hürden beklagt. So sei es im Zusammenhang mit landesspezifischen Regelungen zu Ablehnungen gekommen. Nach einer Intervention des Forums habe das Regierungspräsidium allerdings Anpassungen vorgenommen.

 

Von einer vollständigen Umsetzung ist das OASIS-Sperrsystems jedoch noch weit entfernt. Angesichts von über 10.000 Spielhallen und einer Anzahl von Wettbüros im mittleren vierstelligen Bereich sowie weiteren terrestrischen Betreibern und Online-Anbietern dürfte es noch eine ganze Weile dauern, bis alle Anträge gestellt und abgearbeitet sind.