, 15.03.2021

Ein 71-jähriger Senior muss sich derzeit wegen Betrugs, Computerbetrugs und Diebstahls vor dem Berliner Landgericht verantworten. Im Zeitraum zwischen Januar 2019 und März letzten Jahres soll der Rentner Horst T. zehn Seniorinnen um insgesamt 54.610 Euro betrogen haben, um seine Spielschulden begleichen zu können. Dies berichtete die Welt am Montag.

 

Horst „Hotte“ T. ist groß, schlank und gepflegt und habe es geschafft, die Opfer mit seinem Charme um den Finger zu wickeln. Wenn er Geld benötigt habe, habe er Frauen angesprochen, zum Beispiel im Einkaufscenter oder im Restaurant. Sogar auf dem Kirchgang in St. Marien in Berlin Mitte habe er eine Dame umgarnt.

 

Meist habe er sich als Bekannter, Arzt oder Polizist ausgegeben. Mit großer Wortgewandtheit habe er über seine finanziellen Probleme gesprochen und gesagt, dass er sehr dringend Geld benötige.

 

Die Opfer hätten ihm gutgläubig hohe Summen ausgehändigt, das Geld aber niemals wiedergesehen. Auf diese Weise habe T. im Schnitt 3.800 Euro im Monat ergaunert. Insgesamt seien so über 54.000 Euro zusammengekommen.

Diese zehn Frauen habe ich betrogen, der Schaden kommt hin.

Spielsüchtig seit frühester Jugend  

Bereits in den 80er Jahren in der ehemaligen DDR habe er betagte Damen um ihr Geld gebracht, erzählt T. vor Gericht. Trotz mehrerer Strafanzeigen habe er seine Betrugsserie fortgesetzt, bis er 2013 schließlich zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde.

 

Als er 2018 entlassen worden sei, habe er sofort wieder mit dem Spielen begonnen. Erneut hätten sich Schulden angehäuft. T. erklärt:

Ich wollte dafür nicht schon wieder zusammengeschlagen werden! Da habe ich Damen angesprochen. […] Ich bin eben spielsüchtig von klein auf. Arbeit auf dem Friedhof, nach Feierabend spielen.

2019 kam es erneut zu einer Festnahme. Doch trotz Vernehmungen bei der Kripo, der Unterstützung durch einen Bewährungshelfer und Führungsaufsicht habe er nicht vom Spiel ablassen können.

 

Derzeit versuche er, „aus dem Schlamassel rauszukommen“. Eine der betrogenen Frauen habe ihn bei sich aufgenommen und eine andere helfe ihm. Genauere Angaben in Bezug auf die Identität der Frauen machte Horst T. nicht.

 

Horst „Hotte“ T. könnten nun sechs bis sieben Jahre Haft drohen. Zudem muss er das ergaunerte Geld wieder zurückerstatten.

 

Update

Das Berliner Landgericht hat Horst T. am Mittwoch wegen Betrug in 20 Fällen für schuldig befunden. Der 71-Jährige, der ein umfassendes Geständnis abgelegt hat, muss nun eine siebenjährige Haftstrafe verbüßen. Bisher soll T. eigenen Angaben zufolge insgesamt 30 Jahre im Gefängnis verbracht haben.